Stadtsanierung : Geld aus Kiel und Berlin für Rendsburger Problemzonen

Ein Verkehrsschild als stummer Diener: Innenminister Andreas Breitner (links) und Bürgermeister Pierre Gilgenast vor dem historischen „Landsknecht“, der noch immer zum Verkauf steht. Für Jackets war es beiden gestern zu warm.
Ein Verkehrsschild als stummer Diener: Innenminister Andreas Breitner (links) und Bürgermeister Pierre Gilgenast vor dem historischen „Landsknecht“, der noch immer zum Verkauf steht. Für Jackets war es beiden gestern zu warm.

Für Rendsburg gibt es Hilfe bei der Stadtsanierung: Innenminister Breitner übergab einen Zuwendungsbescheid über 1,1 Millionen Euro.

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29. Juli 2014, 06:15 Uhr

Als „erste gute Tat der Woche in meiner Heimatstadt“ bezeichnete Andreas Breitner den Besuch später auf seiner Facebook-Seite. Der Innenminister des Landes war am Morgen zu Fuß ins Rathaus gekommen, um ein für Rendsburg wichtiges Schreiben persönlich auszuhändigen – den Zuwendungsbescheid über ein zinsgünstiges Darlehen, das bei der Stadtsanierung und beim Bau einer Mehrzweckhalle in Mastbrook helfen soll. 1,1 Millionen Euro aus Mitteln des Kommunalen Investitionsfonds stellt das Breitner-Ressort zur Verfügung. Hinzu kommen 3,1 Millionen Euro an Städtebauförderungsmitteln des Landes und des Bundes. 472 000 Euro muss die Stadt aus eigener Tasche zahlen. Macht zusammen ein Paket von rund 4,7 Millionen Euro, mit denen die verschuldete Stadt in sich selbst investieren oder Investoren finanziell unterstützen kann.

Das Darlehen zur Finanzierung des Rendsburger Anteils an der Städtebauförderung hat eine Laufzeit von 20 Jahren und wird mit 1,85 Prozent jährlich verzinst. „Die Städtebauförderung ist weiterhin unverzichtbar“, sagte Breitner. Die Städtebauförderungsmittel sorgten dafür, dass Wohnen und Arbeiten im Stadtquartier wieder attraktiver werde. Auch als Konjunkturmotor sei die Städtebauförderung von großer Bedeutung. Jeder öffentliche Euro löse in der Regel das sechs- bis achtfache an Bauinvestitionen aus.

In Rendsburg sei das Geld besonders gut aufgehoben, so der Minister, der die meisten der laufenden Sanierungsgebiete (siehe Übersicht auf dieser Seite) während seiner Amtszeit selbst angeschoben hat. „Ich freue mich, dass die Stadt ihre Probleme angeht“, sagte Breitner. „Hier werden die Millionen ja nicht rausgeworfen – trotzdem ist es ein Spagat, die Ausgaben in der Öffentlichkeit darzustellen.“

Sein Nachfolger als Verwaltungschef, Bürgermeister Pierre Gilgenast, nannte vier Schwerpunktprojekte, für die das Geld verwendet werden soll: Bau der Mehrzweckhalle im Stadtteil Mastbrook, weitere Konversion der Ex-Eiderkaserne im neuen Stadtteil Neuwerk-West, Ausbau der Schleuskuhle (nördliche Altstadt) sowie die Altstadtsanierung mit dem Hertie-Haus und dem historischen „Landsknecht“ als bekannteste Immobilien. In beiden Fällen zeichneten sich „Lösungen eher im privaten Bereich ab“, so der Bürgermeister, es gebe mehrere Interessenten, aber noch keine Abschlüsse.

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