Rader Hochbrücke : Geisterfahrer auf A7: Sind fehlende Schilder Grund für den Unfall?

Ein 74-Jähriger starb auf der Rader Hochbrücke, eine 33-Jährige ist schwer verletzt. shz.de zeigt Bilder von der verhängnisvollen Auffahrt.

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21. Dezember 2014, 12:41 Uhr

Büdelsdorf | Am Sonnabend kam ein 74-Jähriger ums Leben, als er mit seinem Auto in Büdelsdorf auf die A7 fuhr - und die falsche Fahrbahn nahm. Nach 1000 Metern kollidierte der Geisterfahrer auf der Rader Hochbrücke mit einem anderen Wagen. Die Fahrerin, eine 33-Jährige, wurde schwer verletzt. Am Tag nach dem dramatischen Unfall stellt sich die Frage: Hätte der Unfall verhindert werden können? Nicht nur die starken Wetterverhältnisse sollen die Sicht erschwert haben – auch die fehlende Beschilderung kann ein Grund für den tödlichen Unfall gewesen sein.

Die Polizei konnte auch am Sonntag noch keine Angaben zum genauen Hergang des Unfalls machen - und zur Frage, warum der Mann falsch auf die Autobahn auffuhr. Ein Sachverständiger übernahm die Ermittlungen.

Es ist kein Verkehrsschild zu sehen, das besagt, dass die Einfahrt der linken Fahrbahn verboten ist.
Daniel Friederichs
Es ist kein Verkehrsschild zu sehen, das besagt, dass die Einfahrt der linken Fahrbahn verboten ist.

Unsere Fotos zeigen die A7-Anschlussstelle Büdelsdorf, wo der Geisterfahrer auf die Rader Hochbrücke und auf die Fahrbahn Richtung Norden fuhr. Das Wetter soll zu dieser Zeit extrem gewesen sein, die Sicht sehr schlecht. Kurz nach dem Unfall wurde die Fahrbahn Richtung Süden wegen Sturms gesperrt. Direkt an der verwechselten Autobahnabfahrt gibt es keinerlei „Einfahrt verboten“-Beschilderung. Diese Beschilderung kommt erst mehr als hundert Meter weiter direkt auf der Autobahn.

So sieht die Ausfahrt ohne ein entgegenkommendes Auto aus:

Die Autobahnausfahrt in Büdelsdorf.
Daniel Friederichs
Die Autobahnausfahrt in Büdelsdorf.
 

Die Autobahnauffahrt liegt direkt an einem Kreisverkehr.

Foto: Daniel Friederichs.
shz.de
Foto: Daniel Friederichs.
 

Andere europäische Länder sind im Bezug auf die Verhinderung von Geisterfahrern weiter und haben eindeutige große Beschilderungen an solchen Ein- und Ausfahrten.

Auch auf der Facebook-Seite von shz.de wurde über die Beschilderung und anderer Sicherheitsvorkehrungen an Autobahnen diskutiert. „Wieviele Menschen müssen noch leiden oder sterben, bis endlich mechanische Auffahrthindernisse vor Geisterfahrern schützen?“, kommentiert zum Beispiel André Busche.

 
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