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Landeszeitung

24. Oktober 2017 | 02:50 Uhr

Gehüpft wie gesprungen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Trendsportart „Kangoo Jumps“ – ein Gefühl wie Aerobic mit Sprungschuhen / Kurse in Büdelsdorf

Wenn Melinda Panti ihre Sprunghilfen anzieht, ist sie gleich 25 Zentimeter höher. Die sonst 1,55 Meter große Sporttrainerin wuselt gut gelaunt durch den Kursraum im „4 Fun Fitnessstudio“ im Büdelsdorfer Gewerbegebiet, in dem noch die feucht-schweißige Luft hängt, die der vorangegangene Kurs hinterlassen hat. Mit den Sprungschuhen hat sie einen federnden Gang, macht immer wieder kleine Hüpfer, die ihr quirliges Wesen noch unterstreichen. Sie verteilt die so genannten „Kangoo Jumps Boots“ an ihre sieben Kursusteilnehmer, hilft beim Feststellen der Schnallen, schaltet dröhnende Musik ein und dreht voll auf.

Mit übersprudelnder Energie fängt sie an zu springen, motiviert die Teilnehmer, sich ihr anzuschließen, und gibt den Takt vor. Was bei Melinda Panti im wahrsten Sinne des Wortes federleicht aussieht, ist eine schweißtreibende Herausforderung an Kondition und Koordination. Auf der ellipsenförmigen Federung ruhig stehen zu bleiben ist anfangs schwierig – aber dafür wurden sie nicht gemacht. Das Hopsen macht vom ersten Moment an Spaß, wird mit den Boots schwungvoller und leichter.

Schrittweise baut Panti einzelne Bewegungsabläufe aufeinander auf: seitliche Kicks, hochgezogene Knie, Hampelmänner. Die Musik und die Übungen erinnern an Aerobic, nur kommt das dauerhafte Federn hinzu – und die ungewohnten Schuhe, mit denen sich die eigenen Füße schwer und klobig anfühlen. Da fällt es manchmal schwer, mit dem wummernden Bass und der flinken Trainerin Schritt zu halten.

„Mit den schweren Boots hängt man immer ein bisschen hinterher“, sagt die 22-Jährige Levke Reimer aus Rieseby in einer Trinkpause. Mit ihrer Freundin Verena Kosgalwies (23) aus Haale ist sie sich trotzdem einig, dass es mehr Spaß macht als Aerobic. „Man schwitzt zwar viel, aber es ist nicht anstrengend, ich bin nach dem Training nicht kaputt“, erzählt Kosgalwies. Ob das jeder ihrer Kurskollegen unterschreiben würde, bleibt angesichts der roten Gesichter und verschwitzten Shirts jedoch fraglich. Auch was der 51-jährige Torsten Borgstahl (einer von zwei Männern im Kursus) erzählt, kann man kaum glauben: Nach keinem der zehn Trainings habe er bisher Muskelkater gehabt, sagt er, und seine Frau Nina, mit der er aus Brinjahe kommt, um am Kurs teilzunehmen, nickt zustimmend. Borgstahl hatte vor einigen Monaten mit „Kangoo Jumps“ angefangen, um etwas für seine Figur zu tun. Beim Joggen schmerzten ihm häufig die Fußgelenke, deshalb suchte er eine Alternative. „In den festen Stiefeln habe ich guten Halt. Man kann damit zwar auch draußen joggen gehen, aber hier drinnen ist es warm und trocken und mit der Musik macht es mir mehr Spaß“, lautet sein Fazit. Über ein Messgerät hat er herausgefunden, dass er pro Training über 300 Kalorien verbrennt. Die hat er aber schnell wieder zurück, schließlich ruft er mit breitem Grinsen in die Runde, kaum dass die Musik aus ist: „Soll ich uns jetzt mal eine Pizza bestellen?“

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