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Landeszeitung

14. Dezember 2017 | 20:28 Uhr

Büdelsdorf : Geheimsache Schulneubau

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Lenkungsausschuss der Heinrich-Heine-Schule geht mit vier Bietern in Verhandlungsgespräche. Siegerentwurf wird erst im August öffentlich.

shz.de von
erstellt am 17.Apr.2015 | 05:59 Uhr

Die Planungen für den Neubau der Heinrich-Heine-Schule gehen in die nächste Runde: Mit vier Bietern wird der Lenkungsausschuss für den Neubau konkrete Verhandlungsgespräche führen. Doch das war auch schon alles, was die Projektbeteiligten am Mittwochabend in der Aula der Schule bekannt geben durften. Keine Baupläne, keine Kostenvorstellungen, keine Modelle – die konkreten Infos bleiben geheim. Das müssen sie auch, machte Rechtsanwalt Marius Raabe in der Sitzung deutlich. Denn nur so könne ein Wettbewerb mit einem wirtschaftlichen und qualitativ hochwertigen Ergebnis gewährleistet sein.

Die Firmen sollen sich nicht absprechen können, sie dürfen nicht voneinander wissen, sie sollen unabhängig ihr Angebot erstellen, erklärte der Anwalt. Vorteil dieses Verfahrens sei, dass man sehr unterschiedliche Angebote erhalte, sowohl was Baupläne als auch Kosten betrifft. Schließlich kann bei einem geheimen Verfahren niemand voneinander abgucken. Weiter ginge es um den Schutz von Geschäftsgeheimnissen. „Kein Bieter würde so viel Aufwand und Geld in ein Angebot stecken, wenn sein gesamtes Wissen dann bei der Konkurrenz bekannt wird“, sagte Raabe.

Sollten Informationen in die Öffentlichkeit gelangen, wird es für die Stadt Büdelsdorf teuer. Denn dann können die Firmen Schadensersatz verlangen, machte der Rechtsanwalt deutlich.

Dass die Büdelsdorfer und insbesondere die Anlieger des Geländes zwischen Neuer Dorfstraße, Schul-, Lorenzen- und Mittelweg wissen möchten, wie der Neubau aussehen wird, dafür habe Bürgermeister Jürgen Hein vollstes Verständnis. Doch das ausgewählte „optimierte Mischmodell“, das von der Stadtvertretung beschlossen wurde, lasse dies leider nicht zu. Eine öffentliche Diskussion der Entwürfe ist nicht möglich. Die Büdelsdorfer müssen sich also noch etwas gedulden, bis sie sich eine Vorstellung von ihrer neuen Schule machen können. Sobald der Lenkungsausschuss einen Bieter zum Sieger ernannt hat, geht die Empfehlung an die Stadtvertretung. Dort wird – wieder im nicht öffentlichen Teil der Sitzung – über den Vorschlag beraten. Erst dann folgt der Beschluss, dem Bürgermeister zu empfehlen, den Vertrag abzuschließen. Erst wenn alles unterschrieben ist, wird den Bürgern der Siegerentwurf präsentiert. Das ist voraussichtlich Anfang August der Fall. Dann bekommen die Büdelsdorfer das ganze Paket präsentiert. Es wird eine Veranstaltung mit detaillierten Plänen und Modellen geben, kündigte der Ausschussvorsitzende Horst Beyer (CDU) an.

Auch die Schulleiterin der Heinrich-Heine-Schule, Silke Cleve, kann verstehen, dass die Neugier der Bürger groß ist. Sie selbst kennt als sachverständige Beraterin des Lenkungsausschusses die Pläne. Dem Neubau, der mit Beginn des Schuljahres 2017 fertig sein soll, fiebert sie schon entgegen. Als Zeichen der Unterstützung trug sie in der jüngsten Sitzung einen Button mit den Worten „Schulneubau Ja! Gemeinschaftsschule“. Den hatte sie von einem Kollegen in Glückstadt bekommen. Dort wurde ein ähnliches Großprojekt geplant, im letzten Moment aber fast von der Politik gekippt. „So etwas wird hier aber auf keinen Fall passieren. Die Politiker stehen hinter dem Neubau“, sagte die Leiterin.

Das 20 Millionen schwere Großprojekt wurde international ausgeschrieben. Das Gebäude soll am Standort der jetzigen Emil-Nolde-Schule in der Neuen Dorfstraße entstehen. Wenn alles nach Plan läuft, kann der Unterricht im Jahr 2017 beginnen. Baustart auf dem zwei Hektar großen Gelände ist im September oder Oktober. Bis dahin muss auch die Privatschule Mittelholstein das Gelände geräumt haben. Seit einigen Monaten streitet sich die Stadt mit der Schule, da diese ihre mobilen Container bisher noch nicht abgebaut hat (wir berichteten). Zuletzt hatte die Stadt Klage gegen die Schule eingereicht. Jetzt scheint es, als würden sich beide Parteien einigen. „Wir sind in Gesprächen, um doch noch eine einvernehmliche Lösung zu finden“, so Jürgen Hein gestern auf Anfrage.

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