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Bilderflut : Gegen-Gurlitt: 300 Werke abzugeben

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Jens-Uwe Jahnke aus Westerrönfeld möchte die Bilder seines Vaters „irgendwo in guten Händen wissen“ und löst die Sammlung auf.

shz.de von
erstellt am 03.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Der Fall des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt sorgt weltweit für Schlagzeilen. Monatelang lagen Kunstwerke von unglaublichem Wert in einem Depot am Münchner Stadtrand, weil der Sohn den Nachlass seines Vaters dort hortete. Das genaue Gegenteil spielt sich jetzt – mit ungleich weniger bedeutsamen Werken – in Westerrönfeld ab. Dort möchte ein Sohn den künstlerischen Nachlass seines Vaters vor einem Schicksal im Abfallcontainer bewahren, ihn Menschen vermachen, die heute noch Freude daran haben.

Werner-Heinrich Jahnke war ein vielseitiger, unermüdlich schaffender Maler. Viele ältere Bürger kennen seine Bilder aus unzähligen Ausstellungen in den 1970-er Jahren, aus Arztpraxen und Galerien . Rund 300 Arbeiten, 200 davon Aquarelle, bewahrt Jens-Uwe Jahnke, der Sohn des 1989 verstorbenen Künstlers, in der 90 Quadratmeter großen Erdgeschosswohnung seines Hauses in Westerrönfeld auf, in dem einst seine Eltern und bis zu ihrem Tod vor drei Jahren noch seine Mutter lebten. Er selbst bewohnt mit seiner Frau Christel das obere Stockwerk.

Vielfältig wie die Technik sind die Motive, die Werner-Heinrich Jahnke wählte: Blumen und Landschaften, Häuser und Porträts von Menschen und Tieren, Ansichten aus dem Rendsburger Stadtbild neben wuchtigen Alpen-Panoramen und Exponaten aus dem Freilichtmuseum Molfsee. Normalerweise wird das alles, dicht an dicht, in einem kleinen Raum aufbewahrt. Für Besucher breitet Jens-Uwe Jahnke die Schätze jedoch nebenan im „Feierzimmer“ aus.

Das tat er zum Beispiel für die Schüler des Helene-Lange-Gymnasiums, die bei ihm zweimal eine Bilderauswahl für den jährlichen Basar zusammenstellten. Mit der Hälfte des Erlöses wurde das Kinderheim „La Pouponnière“ im westafrikanischen Benin unterstützt. Für einen wohltätigen Zweck zu spenden, kann Jahnke (67) sich auch im Zusammenhang mit seinem neuen Versuch vorstellen. Der einstige Elektromeister bei der Schleswag und jetzige Bühnenbildner der Niederdeutschen Bühne Rendsburg möchte die Bilder seines Vaters einfach „irgendwo in guten Händen wissen“: Eventuell bei Menschen, die sich für einen neuen alten Blick auf den Jungfernstieg oder Kreishafen, die früheren Stadtwerke oder die Holländische Windmühle aus Hollingstedt interessieren. Vielleicht möchte sich ja auch jemand einen blumigen Ölschinken im breiten Rahmen in eine urige Kneipe hängen? Zum Verschenken seien die Bilder zu wertvoll, sagt Jahnke. Daher sucht er Abnehmer, die bereit sind, einen kleinen Obolus zu entrichten: für ein Aquarell etwa 70, für eines der ungewöhnlichen abstrakten Motive 40 Euro.



>Interessenten können sich beim Sohn unter Tel. 04331/8 99 00 oder 0176/66 64 37 11 melden.

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