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Füttern verboten : Gefahr im Freibad durch Entenkot

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Wildvögel gefährden das Naturerlebnisbad in Büdelsdorf. Denn der Kot von Enten belastet den Regenerationsteich und damit die Wasserqualität. Spaziergänger werden gebeten, die Tiere nicht zu füttern.

shz.de von
erstellt am 30.Dez.2016 | 18:06 Uhr

Büdelsdorf | Das Wasser im Naturerlebnisbad in Büdelsdorf bei Rendsburg wird nicht gechlort. In einem angrenzenden Regenerationsteich wird es auf natürliche Art gereinigt. Doch dieser 1600 Quadratmeter große Teich entwickelt sich zu einem Anziehungspunkt für Wildvögel. „Immer wieder sehe ich Spaziergänger, die hier die Enten füttern“, beklagt Hartmut Wiemer die Entwicklung. Jetzt hat der Geschäftsführer der Freibad Büdelsdorf GmbH Hinweisschilder aufgestellt. „Wasservögel gefährden den Betrieb des Naturerlebnisbades. Das Füttern ist daher strengstens verboten“, ist an vier Stellen zu lesen.

„Aber viele Leute sind nicht einsichtig“, stellt Wiemer fest. Durch das regelmäßige Füttern fühlten sich gerade Stockenten von dem Teich angezogen. Bis zu 15 Enten habe er gleichzeitig dort gesehen. Mit ihrem Kot verkeimten sie das Wasser. Zudem gebe es eine weitere Gefahr, macht Wiemer deutlich. Da die Enten nicht das gesamte Futter auffressen, würden auch Möwen, Krähen und Ratten angezogen. „Alle diese Tiere wollen wir nicht an dem Teich haben, in dem das Badewasser für das Freibad gereinigt wird.“

Der Boden des Regenerationsteich ist mit 3000 Tonnen Kieselsteinen unterschiedlicher Größe bedeckt, auf denen sich ein „Bakterienrasen“ gebildet hat. Die Bakterien bauen Keime und Nährstoffe im Wasser ab, bevor es wieder in das Freibad geleitet wird. Falls das Wasser aber durch Keime aus dem Kot der Enten überfrachtet ist, funktioniert die biologische Reinigung des Badewassers nicht mehr ausreichend. „Dann ist der Betrieb des Naturerlebnisbades gefährdet“, beschreibt Hartmut Wiemer die weit reichenden Konsequenzen.

Deshalb appelliert er an die Bürger, das Füttern von Wildvögeln im Bereich des Teiches zu unterlassen. Er habe das Hausrecht in diesem Teil des öffentlichen Parks und werde dieses auch ausüben, betont er mit Nachdruck. Der Regenerationsteich sei das Herzstück des Naturerlebnisbades. Ohne eine nachweislich gute Wasserqualität wäre kein Badebetrieb möglich.

Wie sehr der Kot der Enten das Wasser belastet, macht Wiemer an einem Vergleich deutlich: „15 Enten verkeimen das Wasser so stark wie 1000 Badegäste.“



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