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Prozess in Rendsburg : Gefängnisstrafe: 55-Jähriger vergewaltigte Fußpflegerin

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Ein Mann ließ sich erst die Füße behandeln, dann zwang er die Pflegerin zum Sex. Davon ist das Amtsgericht Rendsburg überzeugt.

Rendsburg | Für die Vergewaltigung einer Fußpflegerin in ihrer Praxis muss ein 55-Jähriger zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Amtsgericht Rendsburg sprach den verheirateten Mann am Donnerstag schuldig, die 33-Jährige in ihrer Praxis im Kreis Rendsburg-Eckernförde zum Sex gezwungen zu haben. Seine Darstellung, die Tat Ende Juni 2013 sei einvernehmlich gewesen und die Frau habe ihn verführt, verwarf das Schöffengericht als völlig unglaubwürdig. Der Angeklagte habe vielfach gelogen, betonte die Vorsitzende Richterin. Das Gericht folgte den Strafanträgen von Staatsanwältin und Nebenklage. Die Verteidigung wollte Freispruch.

Der Mann soll sich erst von der Fußpflegerin die Füße behandeln lassen haben, bevor er sie vergewaltigte. Die 33-jährige Frau erstattete erst rund einen Monat nach der Tat Anzeige. Der Anklage zufolge ließ sich der Schweißer bei seiner zweiten Behandlung Ende Juni 2013 den spätest möglichen Termin geben. Als letzter Patient habe er die schutzlose Lage der Behandlerin laut Staatsanwaltschaft ausgenutzt, um sie zu vergewaltigen.

Die Praxisinhaberin hatte vor Gericht gesagt, sie habe sich gewehrt, sei dem größeren Angeklagten - ein verheirateter Vater zweier Kinder - aber körperlich unterlegen gewesen. Er habe sie bedroht und gewarnt, sie solle nicht zur Polizei gehen. Trotz der Vergewaltigung ließ sie sich von ihm aber noch die Gebühr für das Rezept auszahlen, wie sie schilderte. Danach habe sie ihre Mitarbeiterinnen angewiesen, ihm alle Termine abzusagen. Trotzdem habe der 55-Jährige immer wieder versucht, sie zu erreichen.

Erst nachdem der Mann mit einem weiteren Rezept erneut vor ihrer Praxis gestanden hatte, sprach die Frau mit ihrer Mutter und ihrem Arzt über den Vorfall und erstattete Anzeige. Tochter und Sohn des Angeklagten hätten seither nie wieder mit ihm gesprochen, weil sie ihr glaubten, sagte die 33-Jährige. Ihre Einzelpraxis löste die Frau nach eigenen Angaben auf. Sie will nur noch in einer Praxisgemeinschaft weiterarbeiten.

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erstellt am 20.Nov.2014 | 16:04 Uhr

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