zur Navigation springen

Hanerau-Hademarschen : Gebete für das Gotteshaus

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Gerichtsurteil zur Kirchensanierung erwartet. Wann die Kirche wieder genutzt werden kann, ist ungewiss.

Seit zwei Jahren ist der Haupteingang zur St.-Severin-Kirche zugemauert, seit über sieben Jahren prozessiert die Kirchengemeinde Hademarschen ohne Ergebnis gegen die leitenden Architekten des misslungenen Wiederaufbaus. „Der Kirchenraum sieht genauso traurig aus, wie wir uns als Gemeinde fühlen“, sagte Pastorin Diana Krückmann, als sie gestern Bischof Gothart Magaard an den zusammengeschobenen und abgedeckten Sitzbänken vorbei durch die Kirche führte.

Von den Kirchenvorstehern wurde der Bischof auf neue frische Risse in den 800 Jahre alten Feldsteinmauern hingewiesen. „Beim Wiederaufbau nach der Brandkatastrophe von 2003 ist hier ein falscher Mörtel eingesetzt worden, der eine Sprengkraft zwischen den Mauersteinen bewirkt“, erläuterte Jörg Dirks. Beim Rechtsstreit mit den verantwortlichen Architekten hoffe man nun Ende Oktober auf ein richterliches Urteil, so Diana Krückmann. Aber selbst wenn dieses zugunsten der Kirchengemeinde ausfallen und als Folge das nötige Geld für eine Sanierung zur Verfügung stehen sollte, wären die Bauarbeiten eine schwierige Angelegenheit. „Es gibt keine Vergleichswerte“, erklärte die Pastorin, „es gibt nirgendwo anders eine Feldsteinkirche, die abgebrannt und dann auf diese Weise saniert worden ist.“ Dass sie zur Untätigkeit verdammt sind, zerrt an den Nerven der Kirchenvorsteher. „Nur das gute Miteinander im Kirchengemeinderat macht die Lage für uns erträglich“, sagte Krückmann. „Es muss eine Lösung her, die es erlaubt, das Gotteshaus in absehbarer Zeit wieder zu nutzen“, erklärte Bischof Magaard. Eine aus statischer Sicht praktikable Lösung wäre eine schützende Außenmauer um die komplette Kirche. Dagegen würden aber die Denkmalpfleger ihr Veto einlegen, berichtete Diana Krückmann. Genau an dieser Stelle bat der Bischof seine Unterstützung an. Er wolle das Gespräch mit dem Baudezernat der Nordkirche und dem Landesamt für Denkmalpflege suchen. Zum Abschluss des Rundgangs sang der Bischof mit dem Hademarscher Kirchengemeinderat und den Vertretern des Kirchbauvereins „Gott, gib mir Atem“, und dann sprach Magaard ein Gebet. „Herr, wir bitten Dich: Stärke all diejenigen, die daran arbeiten, dass dies’ Gotteshaus wieder nutzbar wird für Gottesdienste und so wiederhergestellt wird, dass sich die Gemeinde hier versammeln kann.“



zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen