Umstellung : Gasgeruch lässt Telefone heiß laufen

Nach einem Gasalarm rückte die Rendsburger Feuerwehr am Mittwoch in die Boelckestraße aus.
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Nach einem Gasalarm rückte die Rendsburger Feuerwehr am Mittwoch in die Boelckestraße aus.

Neuer Riechstoff verunsichert Bürger / Feuerwehr wird mehrfach alarmiert / Zehn Anlagen zeitweise stillgelegt

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02. Februar 2018, 09:52 Uhr

Der Störungsdienst der Stadtwerke Rendsburg hat seit Mittwoch alle Hände voll zu tun. Bis gestern Nachmittag meldeten 20 Kunden Gasgeruch. Die Feuerwehr rückte am Mittwoch deshalb dreimal aus. „Normalerweise haben wir zwei solcher Einsätze pro Jahr“, so der stellvertretende Wehrführer Jens Schnittka.

Grund: Der Energiedienstleister SH Netz AG speist seit Mittwoch, 10 Uhr, den neuen Geruchsstoff „Spotleak“ in die Rendsburger Leitungen ein. „Gas von sich aus ist geruchslos“, erläutert Sprecherin Christine Pinnow. Damit Menschen austretendes Gas wahrnehmen können, werden Geruchsmittel beigemischt. Der Eon-Konzern will künftig in allen Netzen seiner Töchter Hansewerk (mit der SH Netz AG), Bayernwerk, Edis und Avacon dieselbe Sorte einsetzen. „Das alte Mittel roch nach Gummibärchen. Jetzt riecht es nach Schwefel“, sagt Helge Spehr, Chef der Stadtwerke Rendsburg, die 10 100 Gaskunden haben. Zudem mischt die SH Netz AG das Mittel ein paar Tage in hoher Konzentration bei, um es schnell zu verteilen und kleinste Undichtigkeiten aufzuspüren, erläutert Christian Buttgereit, Abteilungsleiter der Stadtwerke für das Gas-, Wasser- und Wärmenetz.

Sämtliche Fälle seien ungefährlich gewesen. Zehn Anlagen wurden aber zeitweise gesperrt. Bei den Feuerwehreinsätzen wurden Defekte entdeckt: In einem Mehrfamilienhaus an der Niebüller Straße (Rotenhof) war eine Therme kaputt. Die Feuerwehr holte gegen 15.30 Uhr sechs Bewohner aus dem Gebäude. In einem Wohnblock an der Boelckestraße (Kronwerk-Nord) war der Küchenanschluss beschädigt. Die Einsätzkräfte erhielten den Notruf um 20 Uhr und baten zehn Personen vor die Tür. Zehn Minuten später wurde an der Alsenstraße (Schleife) Alarm geschlagen. Im Keller eines Einfamilienhauses war eine Leitung defekt. Verletzt wurde niemand. Der Störungsdienst der Stadtwerke ist rund um die Uhr unter Telefon 04331/20 90 erreichbar.

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