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Schüleraustausch : Gäste aus China verteilen beste Noten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die „Schule Hohe Geest“ hatte Besuch aus China. 21 Schüler aus Jiujiang verbrachten eine Woche in Hohenwestedt. Die Gäste waren beeindruckt von den pädagogischen Leitlinien.

Heute verbringen sie noch einen Tag mit ihren Gastfamilien, und morgen früh um 9.30 Uhr startet dann von Hamburg aus ihr Flieger zurück in die über 9000 Kilometer entfernte Heimat: 21 Schüler, sechs Lehrkräfte und ein Dolmetscher aus der chinesischen Großstadt Jiujiang, die eine Woche in Hohenwestedt verbracht und den Unterricht in der „Schule Hohe Geest“ (SHG) besucht haben.

„Dieser Besuch war eine riesengroße Erfahrung für unsere Schüler, Eltern und Lehrer“, bilanziert SHG-Leiter Hans Christian Behrendt, „alle waren begeistert, und auch die Chinesen waren beeindruckt davon, wie wir hier leben, wie viel Grün wir hier haben, und wie wir Schule machen.“

Auf Empfehlung des Flensburger Schulleiters Swen Trinkler bekam die SHG im April eine Anfrage von Wu Dong, einem für die Organisation des Schüleraustauschs zuständigen Vorstandsmitglied der Deutschen China-Gesellschaft: Ob die SHG im August eine Schülergruppe aus der 4,8-Millionen-Einwohner-Stadt Jiujiang aufnehmen könne, die statt der für 2014 beantragten Ausreisegenehmigungen versehentlich Visa schon für 2013 bekommen habe und nun ohne deutsche Gastschule dastehe. Behrendt sagte sofort zu. „Weil ich darin eine Chance für unsere Schule gesehen habe“, betont der Leiter des Gymnasiums im Entstehen mit Regionalschulteil, „für unsere Schule im Aufbau ist das eine Herausforderung, aber auch die Gelegenheit, etwas Neues zu tun.“ Zumal man bislang noch keinen Austausch mit einer ausländischen Schule veranstaltet habe: „Und hier war das von der anderen Seite gewünscht und gewollt, und wir mussten nur Ja sagen.“

Per Elternbrief suchte Behrendt nach Gastfamilien, und stieß auf eine überwältigende Resonanz: „Für unsere 28 Gäste hatten sich schnell sogar 60 Familien gefunden, die bereit gewesen wären, einen Chinesen aufzunehmen.“ Familien mit Kindern ungefähr im Alter der Gastschüler (15-17 Jahre), die in Hohenwestedt oder der näheren Umgebung zu Hause sind, bekamen den Zuschlag. „Wir haben das holterdiepolter organisiert“, meint Behrendt mit Blick auf die Besuchsvorbereitungen, mit denen erst im Juni begonnen werden konnte, „aber wir sind am besten, wenn wir improvisieren müssen.“

Am vergangenen Sonntag trafen die chinesischen Schüler und deren Begleiter in Hohenwestedt ein – nach einer einwöchigen Europa-Rundreise, die sie unter anderem nach Frankreich, Holland und Belgien geführt hatte. Letzte Besichtigungsstation war der Kölner Dom gewesen. In Hohenwestedt erwartete die Gäste zusätzlich zur täglichen Teilnahme am SHG-Unterricht folgendes Programm: Begrüßung durch Bürgermeister Holger Bütecke im Rathaus und anschließend Führung durch Hohenwestedt, Ausflug nach Tönning mit Wattwanderung und Besuch des Multimar-Wattforums, Vorträge von den chinesischen Schülern zur Kultur und Geschichte Chinas, Seminare zur deutschen Geschichte und Kultur sowie eine Abschiedsfeier mit gemeinsamem Grillfest. „Unsere Gäste waren beeindruckt von unseren pädagogischen Leitideen und vom freundlichen Umgangston bei uns“, berichtete Behrendt, „besonders interessiert waren sie an den Fächern Deutsch, Mathe und Englisch – und alle sind unglaublich ehrgeizig.“

„Die Hohenwestedter Schule hat ein sehr modernes Bildungssystem, von dem wir viel lernen können“, lobte die stellvertretende Schulleiterin Honghong Zou, „alle Familien legen großen Wert auf die Bildung ihrer Kinder.“

Heute verbringen die chinesischen Schüler den Tag mit ihren Gastfamilien, während die Lehrkräfte zu einem Segeltörn auf der Kieler Förde eingeladen sind, und morgen früh um 5.30 Uhr starten alle zum Hamburger Flughafen, wo um 9.30 Uhr ein Flieger nach Shanghai abhebt. „Dieser Besuch war eine Win-win-Geschichte, ich bin überrascht und erfreut, wie gut das gelaufen ist“, bilanziert Behrendt, „und nun wollen wir natürlich auch mal nach China.“ Im Frühjahr 2014 sollen Schüler der SHG in China ein ähnliches Programm wie die Chinesen in Europa absolvieren. „Wir wollen erst eine Woche durchs Land reisen, und dann eine Woche die Schule in Jiujiang besuchen“, kündigt Behrendt an, „das wird von der Deutschen China-Gesellschaft unterstützt und wird etwa 1400 Euro pro Schüler kosten.“ „Wir hoffen, dass die Hohenwestedter uns so bald wie möglich besuchen kommen“, vermerkte Honghong Zou, „wir werden sie sehr herzlich empfangen.“

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