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Fußball und Schwimmen, Radfahren und Tennis

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

LZ-Serie „Lieblingsorte – Lieblingsplätze“: Sportanlagen sind Gerd Jostens Herzensangelegenheit

Was verbindet Menschen mit dem Ort, in dem sie leben? Welche Erinnerungen werden wach? Und an welche Lieblingsplätze kehren sie gern zurück? Mit alteingesessenen Bürgern machen wir einen Spaziergang durch ihre Heimatgemeinde. In dem heutigen Teil der Serie unternimmt Gerd Josten einen sportlichen Streifzug durch sein Dorf.

Gerd Jostens Leidenschaft ist der Sport. Allen voran der Fußball gefolgt vom Schwimmen, Radfahren und Tennis. Auf die Frage nach seinen Lieblingsplätzen in der Gemeinde muss der pensionierte Lehrer und Ehrenbürger von Erfde deshalb nicht lange überlegen: „Das Freibad und die Sportanlagen“, lautet seine Antwort.

Von 110 Freibadtagen sei er mindestens an 100 bis 105 Tagen dort zum Schwimmen. Aber auch, um mitzuhelfen, wenn es etwas zu tun gibt. Kleinere Reparaturen oder Pflegearbeiten zum Beispiel. Als Mitglied im Förderverein Erfder Schwimmbad helfe er gerne mit aus. Mit dem Förderverein hat er bei der Überdachung des Beckeneinstiegs mitgewirkt, ebenso wie beim Errichten einer überdachten Sitzecke für die Jugendlichen. Der zweite Lieblingsplatz von Gerd Josten liegt gleich neben dem Freibad: Der Sportplatz mit dem 2008 neu errichteten Haus, das er entworfen und mitgebaut hat. „Einfach weil ich hier sehr viel Zeit verbracht habe“, begründet der 75-Jährige seine Wahl. 35 Jahre lang war er ehrenamtlich im Sportverein tätig, rief im Jahr 1973 die Jugendfußballsparte ins Leben und leitete sie 15 Jahre lang selber. Zu seinem 60. Geburtstag 1990 entschloss er sich, die Vereinsarbeit zu beenden. Jetzt ist er Ehrenmitglied des TSV Erfde und immer noch regelmäßig an seinem Lieblingsplatz zu finden. Der Entwurf für das Haus stamme aus seiner Feder, gebaut wurde es überwiegend in Gemeinschaftsleistung mit weiteren Vereinsmitgliedern. In dem Gebäude können sich die Mannschaften umziehen und ihre Sachen während des Spiels dort lagern. Neben den zwei Umkleidekabinen gibt es einen Schiedsrichterraum, einen Abstell- sowie einen Geräteraum, eine kleine Küche mit Verkauf sowie Toiletten für Zuschauer und Spieler und eine Grillecke. Josten packte mit an, als aus der ehemals landwirtschaftlich genutzten Fläche ein Sportplatz entstehen sollte. Heute ist die Spielfläche nahezu ausgebucht und wird von umliegenden Gemeinden für das Fußballtraining und für Punktspiele mitgenutzt.

Auch als Gemeindevertreter wirkte er 25 Jahre lang bei vielen Entscheidungen und Bauprojekten im Ort mit, erlebte, wie seine Stapelholm-Schule größer wurde und sich stetig erweiterte. 1961 kam der gebürtige Schleswiger als Lehrer nach Erfde. Als er während des Studiums die Einberufung nach Erfde erhielt, habe er erst einmal auf der Karte nachschauen müssen, wo denn dieses Erfde überhaupt liegt. „Ich kannte alle Orte von Schleswig bis Tetenhusen, aber von Erfde hatte ich noch nichts gehört“, so Josten. Und auch nach dem ersten Besuch der Gemeinde war er noch nicht so recht überzeugt, „für mich war klar, hier bleibe ich kein Jahr“. Seine Meinung änderte sich mit einem weiteren Besuch. Gerd Josten zog mit Frau Edith nach Erfde und blieb. Wie damals üblich, kam er zunächst in einer der Dienstwohnungen der Gemeinde unter. Die befand sich in dem Gebäude, in dem heute das Gemeindebüro zu finden ist und hatte den Nachteil, dass sie sich einige Räume mit anderen Mietern teilen mussten. Schnell fand sich mit dem Bau der Lehrerwohnung hinter der Schule eine Lösung. 1981 zogen Gerd Josten und seine Frau dann in ihr Eigenheim. Die Mietwohnungen im heutigen Gemeindehaus sind saniert. Und: „Durch die Neugestaltung des Umfelds zum ‚Platz der Begegnung‘ hat das Gemeindehaus sehr gewonnen“, findet Josten, der sich gerne dort aufhält. Auch der Platz selbst mit der rund 750 Jahre alten Dorfeiche und neuen Bänken sei sehr gelungen. Dort, wo sich die ehemalige Bäckerei befand, ist ein Parkplatz mit einem Weg um das Gemeindehaus entstanden, der den anliegenden Kindergarten sowie die St.-Marien-Magdalenen-Kirche mit dem Pastorat einbindet.

Wenn man Gerd Josten nicht bei den Sportanlagen findet, dann ist er mit dem Fahrrad im Umland unterwegs. „Die Landschaft mit den Mooren, Naturschutzgebieten und der Eider-Treene-Sorge-Niederung ist ideal zum Radfahren, weil sie schön flach ist und man viel zu sehen bekommt“, so Josten. Von Friedrichstadt bis zum Nord-Ostsee-Kanal kennt er alle Wege, Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten. „Ich könnte mich den Radtouristen als Tourenleiter anbieten“, meint Josten lachend.

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erstellt am 16.Okt.2014 | 10:03 Uhr

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