Fußball-Boom in Borgstedt

Die Väter des Fußball-Booms in Borgstedt: Jugenwart Finn Thielke, TSV-Vorsitzender Horst Seebauer und Fußball-Obmann Lorenz Matzen (von links).
1 von 2
Die Väter des Fußball-Booms in Borgstedt: Jugenwart Finn Thielke, TSV-Vorsitzender Horst Seebauer und Fußball-Obmann Lorenz Matzen (von links).

Die Fußballsparte des TSV Borgstedt verzeichnet seit einigen Jahren einen großen Zulauf. Von der F- bis zur B-Jugend sind alle Teams besetzt.

Daniel Schwieger kann es immer kaum abwarten. „Das Training bei Herrn Kirstein ist total super. Ich freue mich auf jedes Mal darauf.“ Der 7-Jährige ist Torwart bei der Fußball-F-Jugend des TSV Borgstedt und spricht seinen Mitspielern aus der Seele. „Ich habe immer viel Spaß und gehe gerne zum Training“, sagt der ein Jahr jüngere Mats Jastremski. Vater Bernd nimmt deshalb gerne die Fahrt zum Training von Büdelsdorf nach Borgstedt auf sich. „Die Jugendarbeit in Borgstedt ist einfach besser, deshalb schicken wir unseren Sohn nach Borgstedt“, sagt der ehemalige Liga-Spieler des Büdelsdorfer TSV. Wie Jastremski denken viele. Ob aus Büdelsdorf, Alt Duvenstedt, Bünsdorf, Rickert oder Holzbunge – der TSV Borgstedt erlebt passend zu seinem 60. Geburtstag einen Fußball-Boom. Mittlerweile gehören 300 der rund 750 Mitglieder der Fußballsparte an und vor allem im Jugendbereich steigen die Zahlen. „Darauf sind wir stolz“, erklärt Horst Seebauer, seit 1999 1. Vorsitzender des Vereins.

Insgesamt spielen im blau-weißen Trikot 13 Mannschaften. „Mit der Anzahl der Teams sind wir im Verbandsbereich des KFV Rendsburg-Eckernförde sehr gut aufgestellt. Für ein Dorf wie Borgstedt ist das ganz erstaunlich“, freut sich Fußball-Obmann Lorenz Matzen, neben Seebauer und Jugendwart Finn Thielke einer der Väter des Booms. „Von der F- bis zur B-Jugend sind wir im männlichen Bereich gut bestückt“, berichtet Thielke. Besonders stolz ist der Verein auf die B-Junioren. Die von Manfred Thedens und Axel Timmermann trainierten 14- bis 16-Jährigen sind Tabellendritter in der Kreisliga 8 – noch vor so namhaften Teams wie TSV Bordesholm, TuS Rotenhof oder Rendsburger TSV. „Das ist für unseren Verein schon eine herausragende Leistung“, lobt Thielke. Zur kommenden Saison will der TSV, wenn möglich, auch eine A-Jugend melden. „Das ist uns im Hinblick auf den Seniorenbereich ganz wichtig“, sagt Matzen. Für die erste (Kreisklasse A) und zweite Herren (Kreisklasse C) sollen Spieler in Zukunft aus dem eigenen Nachwuchs rekrutiert werden. Im weiblichen Bereich hat der Verein eine B-Jugend gemeldet. Bei den Damen gibt es eine SG mit dem Brekendorfer TSV.

Dass bis auf die A-Jugend alle Jahrgänge, einige gar doppelt besetzt sind, hat für den Vereinsvorsitzenden, der von 2000 bis 2010 selbst Fußball-Jugendwart war, einen einleuchtenden Grund: Alle Mannschaften werden überwiegend von lizenzierten Trainern trainiert. „Das garantiert eine gute Qualität, worauf wir großen Wert legen. Das scheint sich herumzusprechen“, sagt Seebauer und fügt an: „Wir wollen versuchen, die Anzahl der Lizenz-Inhaber bei den Nachwuchsmannschaften sogar noch zu steigern.“ Die Altersstruktur der Übungsleiter reicht dabei von 16 Jahren bis ins Rentenalter. Seebauer: „Das ist eine gute Mischung.“ Die Dienste der Trainer weiß der Verein durchaus zu schätzen. „Eigentlich bringen die fast alle Geld mit, denn einiges geht allein für die Spritkosten drauf.“ Froh ist der Vereinsvorsitzende auch über die Kooperation mit der Grundschule Borgstedt. Im Rahmen einer Fußball-AG gibt es einmal pro Woche ein altersgerechtes Training. „Das wird gut angenommen. Auch die Schulleiterin Martina Leiding unterstützt das Projekt.“

Doch der starke Zulauf hat auch eine (kleine) Schattenseite. Die zwei Spielfelder, die die Gemeinde Borgstedt dem Verein kostenneutral zur Verfügung stellt, werden stark beansprucht. 30 Einheiten pro Woche finden auf den beiden Plätzen sowie einem Halbfeld etwas abseits statt. Hinzu kommen am Wochenende je nach Spielplangestaltung fünf bis sechs Punktspiele. Seebauer: „Das alles kostet viel Kraft. Ein drittes Spielfeld würde für Entspannung sorgen.“ Denn der Fußball-Boom in Borgstedt wird sicherlich noch etwas anhalten.

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen