Fusionskonzert in Nortorf mit Edel-Akzenten

Zwei der herausragende Solisten: Bozena Harasimowicz und Matthias Bleidorn.
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Zwei der herausragende Solisten: Bozena Harasimowicz und Matthias Bleidorn.

Mit dem vierten von sechs Fusionskonzerten setzte Kirchenmusikdirektor (KMD) Günter Bongert in Nortorf einen Höhepunkt mit eindrucksvollem Chor und herausragenden Solisten.

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19. Mai 2009, 09:50 Uhr

Nortorf | "Herzlich willkommen im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde" prangt es oben im ausführlichen und aufwändig farbig gestalteten Programmheft. Darin viele Details, Namen, Reisen, Programme, Auftritte, auch internationale. Und das alles geschenkt: Eintritt frei. Und trotzdem war es gut, die Kirche voll besetzt.

Gleich mehrere Anlässe gab es zu diesem vierten von insgesamt sechs Fusionskonzerten im neuen Kirchenkreis. Es war das Geburtstagsgeschenk ans Publikum; musikhistorisch galt es die Geburt des Komponisten Felix-Mendelssohn-Bartholdy vor 200 Jahren zu beachten und dabei auch die nun schon 20 Jahre währende Zusammenarbeit von KMD Günter Bongert, der St. Martin-Kantorei und dem früheren St. Nikolai-Orchester Kiel zu würdigen. Nun treten beide als Chor und Orchester an St. Martin Nortorf auf.

Auf dem Programm: Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Ausschnitte aus seinem Oratorium Paulus und das beliebte, bekannte und berühmte Violinkonzert. Den krönenden Abschluss bildeten Teile aus der h-moll-Messe von Johann Sebastian Bach. Was sich hier so wie ein Best-of-Programm liest, stand musikalisch und inhaltlich in direktem Zusammenhang. Für den "Paulus" hatte sich eine riesige Chor- und Orchestergemeinschaft mit über 90 Stimmen und mehr als 40 Instrumentalisten vor dem Altar aufgestellt. "Wachet auf, ruft uns die Stimme" heißt es darin: Dem konnte sich niemand angesichts des strahlenden Chor- und Orchesterklangs entziehen. Damit nicht genug: Herausragend besetzte Gesangssolisten wie Bozena Harasimowicz, Katja Pieweck, Matthias Bleidorn und Wilhelm Schwinghammer setzten noch zusätzliche Edel-Akzente. Wie Mendelssohn es in seinem Werk forderte "mach dich auf, werde Licht", so geschah es denn auch: Aus der Stille steigerten sich gewaltige Klänge, deren Wirkung man sich ob der Lautstärke und des strahlenden Chors nicht entziehen konnte. "Sanft" können der Chor und das sensibel begleitende Orchester auch, wie in "Der Herr wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen!"

Überglücklich war Sara Täuber nach ihrer gelungenen Interpretation des Violinkonzerts: Atemlose Stille während der Kadenzen mit ihren nahezu unhörbar leisen Tönen in höchster Höhe - und doch kam jedes Detail beim gespannt lauschenden Publikum an. Musik zum mit- und durchleben. Kenner waren ganz tief versunken in die Schönheit dieses Werks. Der leichtfüßige dritte Satz ermunterte, öffnete einen zuversichtlichen Blick in die Zukunft. Ein sprühendes Violin-Feuerwerk. Hier sprang der musikalische Funke über - beschwingt geht es an die Zusammenarbeit im neuen Kirchenkreis! "Diese Musik, dieses Können, diese Möglichkeiten von Chor und Orchester unter der Leitung von Günter Bongert muss man einfach durch Spenden unterstützen", so warb die Kirchenvorstandvorsitzende Pastorin Babette Lorenzen mit einem gerne angenommenen Versprecher für weitere Mitglieder im Verein zur Förderung der Kirchenmusik in Nortorf e.V.

Abschließend von Johann Sebastian Bach Teile aus der h-moll-Messe: Freudiges Tempo und frische Stimmung drückten musikalisch eindrucksvoll aus: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen, die guten Willens sind". Mit zweieinhalb Stunden entsprechend der Wichtigkeit groß dimensioniert, endete das Festkonzert mit stehenden Ovationen. Die eindringliche Botschaft "Dona nobis pacem" (Gib uns Frieden) gab auch noch Anlass zum Nachdenken. Dieser Wunsch war der wichtigste, wenn auch das abwechslungsreiche Programm und die tosende Begeisterung für Sara Täuber und das Mendelsohn-Violinkonzert die Erinnerung an dieses denkwürdige Geburtstagskonzert prägten.

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