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Rendsburg : Funk im Kanaltunnel: Radio-Premiere nach 55 Jahren

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Es gibt neue Nachrichten vom Kanaltunnel: In der Oströhre können Autofahrer jetzt zwei Sender hören.

shz.de von
erstellt am 15.Dez.2016 | 07:05 Uhr

Rendsburg | In der Oströhre des Kanaltunnels erleben Autofahrer seit Monatsbeginn eine Überraschung: Das Radio streikt nicht mehr. Es spielt nach Erreichen der frisch sanierten Unterführung nahtlos weiter. Zum ersten Mal seit Eröffnung des Bauwerks vor mehr als 55 Jahren ist ein Tunnelfunk in Betrieb. Allerdings sind nur zwei Sender zu hören: NDR 1 Welle Nord und NDR 2. Das hängt mit moderner Sicherheitstechnik zusammen. Sie verbirgt sich hinterm Radio unter der Wasserstraße.

Die Sanierung des Rendsburger Kanaltunnels sorgte für viele gestresste Autofahrer. Zusätzlich zur notwendigen Behinderung durch Baustellen blockierten immer wieder Fehlplanungen und Pannen das Nadelöhr unter dem Nord-Ostsee-Kanal. Mario Barth führte die Dauerbaustelle auf RTL vor.

„Beide Sender ermöglichen mit ihren technischen Einrichtungen einen neuen Service bei Notfällen in der Oströhre des Tunnels“, erklärte Sönke Meesenburg, Hauptverantwortlicher für die Tunnelerneuerung bei der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV). Das Überwachungspersonal im Leitstand könne über die genannten Sendefrequenzen angeschaltete Autoradios als „Durchsage-Einrichtung“ nutzen und Autofahrer direkt ansprechen. Zum Beispiel, um ihnen mitzuteilen, wie sie sich in einer Notsituation am besten verhalten. Oder auf welcher Seite des Kanaltunnels der Fluchtweg ins Freie am kürzesten bzw. bei einem Feuer am ungefährlichsten ist.

Andere Sender als die Welle Nord und NDR 2 sind nicht zu empfangen. Die Festlegung auf die öffentlich-rechtlichen Stationen „folgt dem Ergebnis eines Interessenbekundungsverfahrens vor Baubeginn“, führte Meesenburg aus. Nur Sender mit Funktionen wie dem Radio-Data-System (RDS) und Verkehrsnachrichtensteuerung seien technisch in der Lage, die Einsprech-Funktion umzusetzen. In der Planungsphase der Sanierung habe sich jedoch kein anderer Anbieter als der NDR gemeldet. „Weitere Sender lassen sich in der vorhandenen Konfiguration nicht aufspielen“, so Meesenburg. „Jeder Sender müsste in einen eigenen Verstärker, die Fachleute sagen Repeater, investieren.“

In der Weströhre wird es erst nach der geplanten Sanierung und der Verlegung von entsprechenden Kabeln ebenfalls einen verlässlichen Radioempfang geben, auch das teilte der leitende WSV-Ingenieur mit. Schon jetzt dringt das Signal von nebenan durch den Mittelgang. Die NDR-Frequenzen sind, verbunden mit einem mehr oder minder starken Rauschen, weiter zu vernehmen.

Wann die Grunderneuerung der Weströhre startet, steht noch immer nicht fest. „Die Verhandlungen mit den Firmen der Arbeitsgemeinschaft zur Vereinbarung eines verlässlichen Bauzeitenplanes laufen noch“, so Meesenburg. Einen Termin für die Fortsetzung der Bauarbeiten könne er derzeit noch nicht benennen. Sicher ist nur, dass beide Tunnelröhren bis in den Januar für den Fahrzeugverkehr zur Verfügung stehen. Nach acht Jahren Vorplanung hätten die im Jahre 2011 begonnenen Arbeiten am Straßentunnel unter dem Nord-Ostsee-Kanal eigentlich 2013 beendet sein sollen.

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