Fundsachen kamen „unter die Rolle“

Müllsackrolle als Hammer: Frederike Plikat übernahm – unterstützt von Hallenmeister Zbigeniew Flick – die Fahrrad-Versteigerung.
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Müllsackrolle als Hammer: Frederike Plikat übernahm – unterstützt von Hallenmeister Zbigeniew Flick – die Fahrrad-Versteigerung.

Versteigerung in der Nordmarkhalle brachte der Stadtkasse rund 500 Euro ein / Fehlender Auktionshammer wurde spontan ersetzt

shz.de von
19. Juni 2014, 07:30 Uhr

„52 Euro zum Ersten, zum Zweiten – und verkauft!“ Damit hatte Katja Delfs bei der Fundsachenversteigerung der Stadt Rendsburg gestern in der Nordmarkhalle den Zuschlag erhalten und ist nun stolze Besitzerin eines Fahrrads. „Gut erhalten, mit Tiefeinstieg – und ein Kindersitz ist auch schon montiert“, freute sich die Büdelsdorferin. Von nun an kann sie bequem und sicher mit ihrer zweijährigen Tochter Fiona Kahlassia spazieren fahren. Auf einer Versteigerung sei sie schon ewig nicht mehr gewesen, berichtete sie. Durch die Ankündigung in der Landeszeitung sei sie auf die Idee gekommen, dort nach einem neuen Fahrrad zu Ausschau zu halten. Die 52 Euro dafür seien ein günstiger Preis gewesen, meinte Katja Delfs. „Bei Ebay kosten diese Räder mindestens 150 Euro.“

Insgesamt 15 Fahrräder und 20 weitere Teile – von der Taschenlampe über Modeschmuck bis hin zu einem Modellhubschrauber – kamen bei der Versteigerung der Stadt Rendsburg gestern Nachmittag letztlich unter den Hammer. Nicht ganz stilecht, aber ebenso effektiv war die Müllsackrolle, mit der Martje Sievers vom Bürgerbüro anstelle eines Hammers auf den Tisch schlug, um einen Verkauf perfekt zu machen. Ein großer Reiserucksack ging für 19 Euro weg, eine „Makita“-Schleifmaschine fand ebenfalls für 19 Euro einen neuen Besitzer. Wer den Zuschlag erhielt, der zahlte bar. 500 Euro nahm Hildegard Kühl so innerhalb einer knappen Stunde für die Rendsburger Stadtkasse ein. Unter den 50 Kaufinteressenten in der Nordmarkhalle waren auch einige „Profis“, die nach der Versteigerung gleich mehrere Fahrräder auf ihre bereit stehenden Anhänger verluden.

„Früher wurden viel mehr Fundsachen versteigert“, stellte der Hallenmeister Zbigeniew Flick fest. Um ein größeres Angebot für die Auktion zu haben, schlug er vor, jährlich nur noch zwei statt wie bisher drei Termine anzusetzen. Die nächste Versteigerung soll am Mittwoch, 5. November stattfinden.

Laut Gesetz müssen Fundsachen mindestens sechs Monate lang aufbewahrt werden, bevor sie versteigert werden dürfen. Vor dem Beginn der Auktion konnten noch Besitzansprüche für die verloren gegangenen Gegenstände geltend gemacht werden, das war bei der gestrigen Versteigerung allerdings nicht der Fall.

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