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Regionale Facebookgruppe : Für jedes Problem eine Online-Lösung

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In der Gruppe „Rendsbook/Faceburg“ tauschen sich mittlerweile knapp 20 000 Interessierte aus. Aber wer steckt hinter dem Angebot?

Welcher Bäcker hat dänische Brötchen? Wie lang ist der Stau an der Rader Hochbrücke gerade? Welcher Arzt ist zu empfehlen? Solche und viele andere Fragen beschäftigen die Mitglieder der Facebook-Gruppe „Rendsbook/Faceburg“. Dort sind tausende Rendsburger auf der Suche – nach Zeltplätzen, Hilfe bei technischen Fragen, Mitarbeitern, Nachmietern, Wellensittichzüchtern, entlaufenen Haustieren oder Schnäppchen.

Letzteres kommt am häufigsten vor, sodass die Facebookseite der Gruppe auf den ersten Blick wie ein Trödelmarkt wirkt. Wer jedoch genauer hinschaut, entdeckt auch politische Themen, angeregte Diskussionen über Rendsburg und das Umland. Wer noch genauer hinschaut, dem fallen zwei Personen in der Gruppe auf: Patrick Lange und „Mr-Ano Ny-mous“, die beiden Administratoren. Während Lange, der die Gruppe im Mai 2011 gründete, mit seinem Klarnamen und einem Porträtfoto auftritt, will sein Kollege unerkannt bleiben. „Ich bin selbstständig und viele meiner Kunden sind auch in der Gruppe aktiv“, erklärt er. Sein Hobby und das Berufliche möchte er trennen.

Dass dieses Hobby so zeitintensiv werden würde, hatte Lange vor drei Jahren noch nicht gedacht. Damals lud er 60 Freunde in die Gruppe ein, das Angebot sprach sich herum und mittlerweile sind es fast 20 000 Mitglieder. „So etwas planst du nicht, das passiert einfach“, meint der 32-Jährige. Heute, so sagt er selbst, könne er sich nicht erlauben, einen Tag mal nicht in die Gruppe zu schauen. Mehrfach täglich sehen die Administratoren in der Gruppe nach dem Rechten. Wie viel Zeit sie dafür investieren, ist unterschiedlich. „Zwischen 30 Minuten und fünf Stunden täglich“ seien es. So lange brauchen die beiden, um Nachrichten zu beantworten und die Posts und Kommentare durchzulesen. Sie schalten sich in Diskussionen ein, wenn sie „ungemütlich“ werden, versuchen aber nicht nur zu deeskalieren, sondern ziehen notfalls auch die Konsequenzen. Täglich komme es vor, dass Beiträge gelöscht oder Personen blockiert werden müssten. So ein Rausschmiss wird beispielsweise dann notwendig, wenn Gruppenmitglieder beleidigend werden. „Je mehr Mitglieder eine Gruppe hat, desto mehr pendeln die Meinungen ins Extreme“, erläutert Lange. Besonders deutlich wurde das vor einem Monat bei der Diskussion um den geplanten Christopher Street Day, einer Parade, die auf die Rechte von Lesben und Schwulen aufmerksam machen soll. „Da waren alle Ausschläge von tolerant bis intolerant dabei“, erinnert sich Gruppengründer Lange.

Er und „Mr-Ano Ny-mous“ sorgen deshalb dafür, dass die Diskussionen sachlich bleiben. Welche Themen zur Sprache kommen, ist Sache der Rendsburger: „Die Gruppe ist das, was die Leute daraus machen“, so Lange. Wenn dann innerhalb von nur einer Stunde der ehrliche Finder und der enttäuschte Verlierer eines Portemonnaies über die Gruppe zueinander finden, fühlt sich der anonyme Administrator in seinem Engagement bestätigt: „Das macht das Leben einfacher, dafür mache ich das.“

Auf die Idee, mit der großen Reichweite der Gruppe Geld zu machen, sind die Männer schon vor einer Weile gekommen. Sie könnten sich vorstellen, durch Werbung auf der Seite Einnahmen zu erzielen und diese dann für gute Zwecke zu spenden. Wo das Geld gut investiert wäre, weiß Lange schon genau: Ihn ärgert unter anderem, dass manche Kindergärten für eine ganze Gruppe nur zwei Warnwesten haben. Zurzeit sei die Umsetzung dieser Idee aber ein zu großer Verwaltungsakt. Lange: „Wir möchten diesen Schritt gern gehen, aber im Moment stehen Aufwand und Ertrag noch in keinem guten Verhältnis.“

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erstellt am 13.Mai.2014 | 12:13 Uhr

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