Stadtteilfest : Für jedes Alter und alle Sinne

Wonach duftet das? An der Riechstation mussten Lebensmittel und andere Dinge mit verbundenen Augen erkannt und benannt werden. Diese und fünf weitere Aufgaben waren für die Grundschulklassen Pflicht.
Wonach duftet das? An der Riechstation mussten Lebensmittel und andere Dinge mit verbundenen Augen erkannt und benannt werden. Diese und fünf weitere Aufgaben waren für die Grundschulklassen Pflicht.

Etwa 1000 Besucher bewegten und vergnügten sich an der Schule Rotenhof – und lernten dazu.

shz.de von
24. Juni 2018, 18:46 Uhr

Feuerwehr mit Blaulicht und ein Polizeiauto vor der Schule Rotenhof? Kein Zeichen für ein Drama, sondern „nur“ die unübersehbare Einladung, dem Stadtteilfest Rotenhof einen Besuch abzustatten. Auch der Johanniter-Rettungswagen auf dem Schulgelände an der Ahlmannstraße zeigte, was im Falle eines Notfalles aufgeboten wird, um Menschenleben zu retten.

Das große Areal mit Kindergarten, Sportplatz, neuer Sporthalle und gewachsenem Baumbestand sowie direktem Durchgang zum Familienzentrum A 4 der Kirchengemeinde St. Jürgen ist und war am Sonnabend ein idealer Ort der Begegnung. Hier hatten Schule, Familienbildungsstätte, drei Kindergärten aus der näheren Umgebung, der Förder- und Karnevalsverein sowie insgesamt zwölf Vereine und Einrichtungen (wir berichteten) mit vielen Helfern ein unterhaltsames Angebot für Familien des Kronwerker Viertels vorbereitet. Geschicklichkeit, Bewegung und Wahrnehmung wurden gefördert.

Schulleiter Thomas Albert freute sich über die große Vielfalt, die sogar vor dem Weltall nicht Halt machte. In der großen Turnhalle war sogar ein dreidimensionales Video-Planetarium aufgebaut, das den Kindern die Geheimnisse des Sternenhimmels und Schwindel erregende Achterbahn-Attraktionen vermittelte.

An diesem Nachmittag war Schulpflicht angeordnet. Grund genug für viele Eltern, einmal zusammen mit ihren Kindern zur Schule zu gehen und zu erfahren, was sie dort lernen. Dank der Hilfe von Sponsoren, zum Beispiel dem Landessportverband, gab es viele kostenfreie Mitmach-Aktionen für Kinder. Und wenn es etwas zu kaufen gab, waren die Preise erschwinglich: Jeweils 50 Cent kosteten Kaffee, Kuchen, frisch gebackene Waffeln und mehr. Nur die Bratwurst vom Grill war etwas teurer. Trotz durchwachsenem Wetter zwischen Sonnenschein und mit Nieselschauern war Schulleiter Albert zufrieden mit dem Besuch. Er schätzte „etwas über 1000, die gekommen sind“.

In Abstand von zwei Jahren veranstaltet die Schule dieses Stadtteilfest, das in fröhlicher Stimmung Begegnungen von Eltern und Kindern verschiedener Nationalitäten ermöglicht. Wobei es auch nachdenklich stimmende Momente gab: Als die Feuerwehrsirene als Startsignal dienen sollte, wurde der ohrenbetäubende Ton nach wenigen Sekunden wieder ausgeschaltet, um traumatisierte Kinder nicht zu verängstigen. „Halleluja, genieße das Leben, das Leben ist schön“, schallte es danach als einer der ersten Songs aus den Lautsprechern.

Unbeschwerte Party-Stimmung war von Anfang an erwünscht. Wie auch „Integration durch Sport.“ Dafür gab es eine Hüpfburg, einen „Bungee-Run“ auf weich aufgeblasenen Gängen, eine Kletterwand, Tore schießen und einen Geschicklichkeits-Parcours. Für die Grundschulklassen galt es sechs Pflichtaufgaben zu absolvieren: Riechstation, Eimer- und Eierlaufen, Dosenwerfen, Gummistiefelweitwurf und den geheimnisvollen Smartie-Lauf. Die kleinsten Besucher wurden mit Kinderschminken oder Schatzsuche beschäftigt. Und mit Kuchen und Kaffee aus der Mensa wurde dieser Nachmittag auch für Erwachsene und Eltern eine willkommene Gelegenheit für Gespräche und zum gegenseitigen Kennenlernen.

Himmelskapriolen störten kaum. „Hallo Herr Albert, was hast du für ein Wetter bestellt“, fragte ein kleiner Knirps den Chef des Hauses. Thomas Albert spielt für die Kinder die Rolle eines gütigen Großvaters, der sie versteht, der immer da ist und vorlebt, wofür er steht: „Alles, was die Kinder glücklich macht!“ Das hat er an einem kurzweiligen Nachmittag einmal mehr geschafft.


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