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Kreis beteiligt sich am Regionalen Gewerbeflächenentwicklungskonzept mit Kiel und Kreis Plön / Größte Gebiete in Rendsburg-Eckernförde

shz.de von
25. Juni 2014, 11:18 Uhr

In Sachen Firmenansiedlung möchte der Kreis Rendsburg-Eckernförde ein größeres Rad drehen: Er beteiligt sich am gemeinsamen Regionalen Gewerbeflächenentwicklungskonzept in der Kiel-Region. Das hat der Regionalentwicklungsausschuss gestern beschlossen. Das Ziel ist, bei Gewerbeansiedlungen nicht mehr nur den eigenen Kirchturm im Blick zu haben, sondern mit der Landeshauptstadt Kiel und dem Kreis Plön zusammenzuarbeiten. Auf diese Weise soll der Region kein Interessent mehr verloren gehen, nur weil er vor Ort kein entsprechendes Angebot bekommen hat.

Das Konzept ist als Beitrag für den Regionalplan vorgesehen. Dazu hat sich ein Planungsdialog gebildet, zu dem sich Wirtschaftsförderer und Raumplaner regelmäßig treffen. Sie wollen vor allem die Wettbewerbsfähigkeit stärken, indem einzelne Standorte profiliert werden. „Das beschränkt sich nicht auf den Speckgürtel Kiels“, stellt Volker Breuer klar, der als Leiter des Fachdienstes Regionalentwicklung beim Kreis für die Beschlussvorlage verantwortlich ist. Dabei gehe es auch darum, gemeinsame Gewerbegebiete von überregionaler Bedeutung auszuweisen.

Das bestätigt auch Pascal Ledune, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises. Die Flächen mit Schwerpunkten bestimmter Branchen sollen über die Grenzen der Region vermarktet werden. „Viele Gemeinden haben die finanzielle Kraft dazu nicht“, sagte er. Laut Beschlussvorlage sollen auch lokale Vorhaben von Gemeinden einbezogen werden, Flächen für den Vor-Ort-Bedarf jedoch nicht.

Pascal Ledune begrüßt das Vorhaben. Ihm zufolge drückt sich darin eine veränderte Grundhaltung bei der Wirtschaftsförderung aus. Die Kommunen blickten nun über ihre Grenzen hinaus. „Wenn jemand eine Anfrage für eine Gewerbefläche nicht bedienen kann, weil beispielsweise die Lage, der Preis oder die Infrastruktur nicht passt, wird sie heute weitergereicht. Früher wurden Interessenten in solchen Fällen einfach laufen gelassen“, erklärte er. Das Kirchturmdenken der Kommunen sei vorbei. „Allen ist klar geworden, dass nicht nur die eigenen Gewerbesteuereinnahmen wichtig sind, sondern auch Arbeitsplätze. Wenn die in der Nähe bleiben, profitiert die gesamte Region.“

Insbesondere Rendsburg-Eckernförde könnte von der Kooperation profitieren. Die Kiel-Region-Gesellschaft hat erkannt, dass die größten zusammenhängenden entwickelten Flächen von überregionaler Bedeutung im Kreis zu finden sind: In Nortorf mit 14,7 Hektar, in Eckernförde mit 14,2 und 7,3 Hektar, in Büdelsdorf mit 14 Hektar, in Flintbek mit 7,3 Hektar und in Rendsburg mit 9,5 Hektar. Laut Pascal Ledune ist beispielsweise der Schwerlasthafen mit direktem Anschluss an das Gewerbegebiet ein Pfund im Kreis. Das gebe es woanders in der Kiel-Region nicht. Die Gesellschaft hat ihn bereits als Ausgangspunkt für Zulieferer von Windenergieanlagen, Hersteller von schweren Maschinen und Anlagen und auf den Containerumschlag ausgerichtete Logistikunternehmen ausgemacht.

Der Regionalentwicklungsausschuss stimmte dem Vorschlag gestern zu, das Konzept für die Gewerbeflächen an einen externen Gutachter zu vergeben. Die Kosten werden auf bis zu 60 000 Euro geschätzt. Laut Vorlage habe die Landesplanung Schleswig-Holstein eine Förderung in Aussicht gestellt. Der Restbetrag von etwa 45 000 Euro soll unter den drei Regionen gedrittelt werden, sodass für den Kreis Kosten von 15 000 Euro entstehen würden. Die Kieler Wirtschaftsförderungsgesellschaft (Kiwi) übernimmt die Projektträgerschaft.

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