Büdelsdorf : Für einen freundlichen Empfang auf der NordArt

Fröhliche Aufsicht: Nele Treichel gefällt der Job auf der NordArt.
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Fröhliche Aufsicht: Nele Treichel gefällt der Job auf der NordArt.

Mehr als 50 Saisonkräfte arbeiten auf dem Gelände im Schichtbetrieb an der Kasse und führen Aufsicht.

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03. Juli 2015, 17:07 Uhr

Bente Wendland mag Kunst. „Aber nur als Hobby“, sagt die ehemalige Schülerin des Helene-Lange-Gymnasiums (Hela). Wenn die NordArt im Oktober ihre Pforten schließt, wird sie Betriebswirtschaftslehre studieren. Bis dahin sitzt sie, so wie gestern, an der Kasse im Kunstwerk Carlshütte. Oder sie führt in einer der Ausstellungshallen Aufsicht. Oder sie packt mit an, wenn montags Hallen und Kunst geputzt werden. Bente Wendland ist eine von 52 Aushilfskräften während der Schau.

Der feste Stab der Internationalen Ausstellung ist überschaubar: Vier Handwerker, drei Kräfte in Marketing und Sekretariat neben Kurator Wolfgang Gramm. Die 450-Euro-Stellen während der Saison „sind ein begehrter Job“, weiß er. Schwierigkeiten mit der Besetzung gibt es nie. Das angenehme Betriebsklima und die gute Bezahlung haben sich herum gesprochen. „Sie sollen rechnen können, ordentlich auftreten und Interesse für Kunst haben“, beschreibt Stephanie Sievers aus dem Sekretariat die Einstellungsvoraussetzungen. In diesem Jahr sind auch vier Jungen unter den Aushilfskräften. Sie werden für handwerkliche Arbeiten und im Garten eingesetzt, während die Mädchen an der Kasse sitzen oder Aufsicht führen, damit die kostbaren Kunstwerke nicht beschädigt werden.

„Und sportlich sollten sie sein, weil man hier ziemlich viel laufen muss“, ergänzt Wolfgang Gramm und spielt auf die mehr als 22 000 Quadratmeter große Hallenfläche an. Einen ersten Überblick können die Besucher sich jetzt anhand eines Modells verschaffen. Bis Ende September absolvieren Finn Pusback (18), Taso Gramm (19) und Lea Hirsch (20) ein Freiwilliges Kulturelles Jahr in im Kunstwerk Carlshütte. Den Winter haben sie genutzt, um jeden Winkel zu vermessen und maßstabsgenau nachzubilden. Eine guter Anfangspunkt auch für die Führerinnen. „Mehr als 300 gebuchte Führungen gab es an hundert Ausstellungstagen im vergangenen Jahr“, berichtet Udo Medewitz stolz. Er betreut die Saisonkräfte. Die Führerinnen sind meistens Studentinnen der Kunst- und Kulturgeschichte. Viele sind schon seit Jahren dabei. Sie sprechen Englisch, auf Anfrage können auch Erläuterungen auf Chinesisch oder Russisch gegeben werden, und ein pensionierter Lehrer führt auf Dänisch durch die Schau.

Nele Treichel, die wie Bente Wendland aus Fockbek kommt, war unter den Kräften, die beim Aufbau mitgeholfen haben und musste viel streichen. „Na, dann bist du ja jetzt fit, die erste eigene Wohnung zu renovieren“, flachst Udo Medewitz und Nele lacht. Medewitz vermittelt den jungen Frauen, dass die Gäste „nach dem Besuch der Ausstellung glücklich und zufrieden sein sollen“. Das scheint zu gelingen. Denn die Kassen- und Aufsichtskräfte freuen sich ihrerseite über den abwechslungsreichen Job, über Begegnungen mit Künstlern und Menschen.

>NordArt, Dienstag bis Sonntag , 11 bis 19 Uhr, öffentliche Führungen sonnabends 14 Uhr.

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