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Landeszeitung

19. Oktober 2017 | 18:30 Uhr

Für eine Zugabe reichte die Kraft nicht

vom

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Rendsburg | Wie gut sich Kultur und Finanzen ergänzen können, zeigte die HypoVereinsbank im Jüdischen Museum. Seit über 30 Jahren unterstützt sie im Rahmen der Nachwuchsförderung "Jugend kulturell" junge Profi- Künstler und verschafft ihnen Auftrittsmöglichkeiten. Ein Gewinn für alle: Das Rendsburger Publikum konnte mit dem Musicalstar Katharina Eirich sowie den beiden Ausnahmemusikern Leonard Disselhorst (Cello) und Jakob Encke (Geige) die kommende Künstlergeneration hautnah erleben.

Der Abend begann mit Katharina Eirich, von Arne Donadell einfühlsam am E-Piano begleitet. Ganz schön mutig, den Abend gleich in trauriger Stimmung, voller Liebesleid, Herz und Schmerz zu beginnen. Aber auch mit einer wahren Erkenntnis: "Nur wenn man traurig ist, kommt man weiter. Darum bin ich froh, dass ich unglücklich bin!"

Mit Stilen, von der französisch angehauchten "Femme fatale" bis zur trinkfreudigen Ninotschka, zeigte die Solistin in passendem Outfit Tanz- und Trinkfähigkeiten der besonderen Art.

Verstärktes Cello und Geige spielten das "Crazy Duo" aus Karlsruhe. Leonard Disselhorst und Jakob Encke sind Meister auf ihren eigentlich akustischen Instrumenten, mit denen sie elektronisch verstärkt neue und einfallsreiche Klangmöglichkeiten zeigten. Fantasievolle, rhythmisch durchdachte Musik im mitreißenden Sound. Dazu die lockere Moderation der beiden, die ausschließlich Eigenkompositionen spielten, "wenn es auch nicht immer unsere eigenen sind."

Pop- und Jazztitel wie "Fragile" von Sting, Kenny Burrells "Midnight Blue" oder "OLeary", inspiriert von der TV-Serie "Der Seewolf", gehörten ebenso zu dem intensiv gespielten und erlebten Programm wie die auf beiden Instrumenten gezupfte irische Volksmusik. Zum Schluss schien es, als wollten beide ihre Instrumente mit "Hale Storms" in bester Hardrock-Manier in Rekordzeit zersägen. Mit kraftvollem Schluss, nach dem "alles was danach kommt, nur noch rigide bergab gehen würde". Damit begründete Jakob Encke das Fehlen einer Zugabe: "Wir können nicht mehr!"

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