Kompost : Fünf Millimeter mit großer Wirkung

Dunkel und saftig: Kompost wird bei der AWR in Borgstedt produziert.  Fotos: AWR, Sopha
Dunkel und saftig: Kompost wird bei der AWR in Borgstedt produziert. Fotos: AWR, Sopha

Kompost sorgt in der Landwirtschaft für Bodenverbesserung. Lohnunternehmer demonstrieren exakte Ausbringung.

von
27. August 2018, 17:30 Uhr

Eine dünne Schicht kann entscheiden, ob der Boden bei Starkregen das Wasser gut aufnimmt und ob er es bei Trockenheit wieder abgibt. „Kompost beeinflusst die Lagerungsdichte“, erklärt Niels Schäfer, Geschäftsführer vom Verband der Lohnunternehmer. „Der Boden wirkt dann wie ein Schwamm.“ Nur fünf Millimeter dick ist die Kompostschicht, die Landwirte ausbringen lassen – aber sie beeinflusst Bakterien und Mikroorganismen, lockert den Boden auf und sorgt damit auf natürliche wie nachhaltige Weise für gute Erträge.

Eine Werbekampagne für das „Ackergold“ startet der Verband gemeinsam mit der Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde (AWR) an den vier Norla-Tagen. Die Lohnunternehmer verfügen über die Fahrzeuge, mit denen sich der Naturdünger exakt ausbringen lässt. „Wir verfügen über das Wissen, wie sich aus Grünschnitt, Bioabfällen oder auch Festmist der begehrte Dünger herstellen lässt“, erklärt Ralph Hohenschurz-Schmidt, AWR-Geschäftsführer. Dritter im Bunde ist der Verband der Humus- und Erdenwirtschaft (VHE) Region Nord. Mit seinem „Holsteiner Humus-Forum“ liefert er die Theorie.

Insbesondere bei extremen Wetterlagen, wie sie künftig immer öfter zu erwarten sind, übernimmt der Humus eine wichtige Rolle, so Prof. Dr. Conrad Wiermann von Fachhochschule Kiel. Er ist zuständig für den Fachbereich Agrarwirtschaft, Fachgebiet Pflanzenernährung und Bodenkunde. Humus speichert Wasser, um es in Trockenperioden dann langsam wieder abzugeben. Zu dem Thema wird er auf dem Humus-Forum während der Norla referieren. Dort wo Böden sandig sind, kann Kompost die Humusschichte verbessern helfen, ergänzt Niels Schäfer. Auch als Dünger ist Kompost geeignet. Der Landwirt benötigt jedoch Geduld. „Dieser Dünger wirkt sehr langsam“, erläutert der Geschäftsführer der Lohnunternehmer. „Ein Effekt tritt erst ein, wenn man ihn langjährig anwendet.“

Dennoch setzen immer mehr Bauern auf Natur statt auf Chemie. Schäfer rechnet damit, dass die Kapazitäten wie die der AWR langfristig nicht mehr zur Kompostproduktion ausreichen werden. Ralph Hohenschurz-Schmidt sieht darin keine Bedrohung für sein Unternehmen. „Was wir herstellen, reicht nicht für alle Böden aus.“ Und das, obwohl die Produktionszahlen seit Jahren beständig ansteigen. Aber auch die Qualität ist entscheidend. „Wir unterschreiten die zulässigen Grenzwerte bei unerwünschten Stoffen,“ die laut Düngemittelverordnung erlaubt sind. Denn die AWR hat ein feinmaschiges Sieb angeschafft. Zudem hat sie im vergangenen Jahr eine Sortieranalyse erstellen lassen. Die ergab, das vor allem in Bereichen mit anonymer Wohnbebauung zu viele Fremdstoffe in der Biotonne landen. In diesen Bereichen hat die AWR verstärkt für die richtige Mülltrennung geworben. Noch ein AWR-Vorteil: Selbst hartnäckige Kräuter wie Jakobskreutzkraut oder Giersch haben selbst mit Samenständen keine Chance dank des geschlossenen Systems von der Tonne in die Halle.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen