Testprojekt : Frühwarnung vor Höhenkontrolle

Dieser Milchlaster passierte die Höhenkontrolle nördlich des Kanaltunnels ohne Probleme.
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Dieser Milchlaster passierte die Höhenkontrolle nördlich des Kanaltunnels ohne Probleme.

Zusätzliche Sensoren weit vor dem Kanaltunnel sollen Staus verhindern / Laster landen nicht mehr in der Sackgasse

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25. Januar 2018, 10:14 Uhr

Hoffnung für staugeplagte Autofahrer in und um Rendsburg: Die Kreisverwaltung will am Kanaltunnel ein Frühwarnsystem für zu hohe Laster testen. Das gab Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer gestern nach einem Planungsgespräch im Kreishaus bekannt.

Die bestehende Höhenkontrolle schlug in der vergangenen Woche elfmal an, im vergangenen Jahr 244-mal, in 60 Prozent der Fälle im Süden des Tunnels. Vor allem dort sind Staus programmiert, weil es zwischen den Messstationen und dem Tunnel keine Abfahrten mehr gibt. Zu hohe Laster müssen auf der Straße wenden oder im Schritttempo zurücksetzen.

Schwemer: „Die Erfahrungen der jüngsten Monate zeigen, dass wir das Auslösen der Höhenkontrolle mit bestehenden Maßnahmen nicht hinreichend in den Griff bekommen und der Verkehrsfluss gestört wird. Das ist für alle, die auf den Tunnel angewiesen sind, auf Dauer nicht zumutbar.“ Er beriet sich im Kreishaus mit Sönke Meesenburg, Leiter des Fachbereichs Investitionen am Nord-Ostsee-Kanal im Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Kiel-Holtenau, Matthias Paraknewitz, Chef der Rendsburger Niederlassung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV) und Barbara Rennekamp, Fachdienstleiterin Verkehr der Kreisverwaltung.

Ergebnis: Auf der Bundesstraße 77 aus Richtung Jevenstedt und auf der B 202 aus Richtung Kiel sollen weit vor den vorhandenen Höhenkontrollen Frühwarnsysteme installiert werden: Angedacht ist es, ein Messgerät und in einiger Entfernung davon ein elektronisches Warnschild aufzustellen. Wenn ein Laster mit einer Höhe von mehr als 4,20 Metern an der Messstation vorbeifährt, leuchtet auf dem Schild eine Warnung auf: „Lkw ist zu hoch für den Tunnel“. Paraknewitz: „Der Lkw-Fahrer muss dann eine Entscheidung treffen.“ Schwemer hofft, dass die Vorhöhenkontrolle in einem Jahr in Betrieb genommen wird. Geplant ist eine Testphase von zwölf Monaten. Meesenburg: „Dann kann man sehen, ob die Höhenkontrolle tatsächlich weniger ausgelöst wird.“ Sollten Lkw-Fahrer die Warnung überwiegend ignorieren, wird das System wieder abgebaut, versicherte Paraknewitz.

Das WSA soll bis 30. April einen Bauplan vorlegen, der im Behördenjargon „anwendungsfähiger Verkehrzeichenplan“ heißt. Die Straßenverkehrsbehörde wird das Papier bewerten. Das WSA muss es als Baulastträger bezahlen. Meesenburg wagte nicht, eine Kostenschätzung abzugeben. „Das ist ein technisches System, das es in Schleswig-Holstein noch nicht gibt.“ Offen ist auch, wann das Frühwarnsystem aufgestellt wird. „Ich kann keinen Baubeginn nennen. Alles andere wäre nicht seriös.“ Das Projekt muss ausgeschrieben werden.

Das WSA will verstärkt auf Transparenz setzen. Die Statistik der ausgelösten Höhenkontrollen soll künftig im Internet abrufbar sein. > www.kanaltunnel-rd.de

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