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Landeszeitung

19. Oktober 2017 | 15:28 Uhr

Osterrönfeld : Frühkonzert im Wilden Moor

vom

Vogelkundliche Exkursion im Morgengrauen. Auf den Spuren von Kranich, Blaukehlchen, Klappergrasmücke und Bruchwasserläufer.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 08:47 Uhr

Osterrönfeld | Null Grad zeigte das Thermometer am gestrigen frühen Morgen um 6 Uhr im Wilden Moor bei Osterrönfeld. Der "Ausguck" war Treffpunkt der alljährlichen vogelkundlichen Exkursion unter Leitung von Matthias Maack. Gut 30 Interessierte waren zu der vom Nabu Rendsburg organisierten Wanderung gekommen. Unter ihnen auch Andrea Kirsch, die zum ersten Mal bei einem solchen Ausflug dabei war: "Ich frage mich, welche Vögel man hier hören kann und lasse mich überraschen."

Sie sollte nicht enttäuscht werden. Da sich die Sonne nur schwer durch den aufsteigenden Nebel kämpfte, machte Matthias Maack zuerst auf die Stimmen der Vögel aufmerksam. Gespannt lauschten die Teilnehmer den Gesängen von Klappergrasmücke und Fitis. Plötzlich hallte ein lautes Trompeten durch den Nebel und nur wenige hundert Meter von der Gruppe entfernt landete ein Kranich in der stärker werdenden Morgensonne. Für die meisten Teilnehmer ein absoluter Höhepunkt, denn viele hatten die majestätischen Vögel des Glücks hier nicht erwartet.

Mit zunehmender Wegstrecke stieg auch die Anzahl der notierten Arten. Neben der Sichtung von Braunkehlchen und Baumpieper ließ auch ein Kuckuck mit seinem Ruf wissen, dass nun endlich Frühling ist. Dies sei ein Grund, weswegen er jedes Jahr wieder am ersten Mai zur Exkursion komme, sagte Horst Blenckner, zweiter Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Rendsburg. "Ich kenne das Wilde Moor seit meinem zwölften Lebensjahr. Das lässt einen nicht wieder los", sagte Blenckner der dort jede freie Minute mit seinen Freunden die Natur beobachtet hat.

Einige Vögel, die damals häufig waren, seien heute nur selten zu beobachten. Doch die Exkursionsgruppe schien heute einfach Glück zu haben. Mehrere Feldlerchen zeigten ihren Singflug, bei dem sie hoch über den Feldern fliegend trällerten. Laut Maack ist die Feldlerche jedoch eine Sorgenart, deren Bestand rückläufig ist. "Sie sind sogenannte Vögel der Agrarlandschaft und bevorzugen Grünland oder Brachen", erklärte der Ornithologe. Zum einen würden die Vögel durch den stärkeren Ackerbau ihren ursprünglichen Lebensraum verlieren, zum anderen vernichteten viele Insektizide die Nahrung der Tiere.

Im Gegensatz dazu scheinen sich die Blaukehlchen im Wilden Moor verstärkt heimisch zu fühlen - die Gruppe bekam mehrere Exemplare zu Gesicht. Die Vogelkundler lernten, dass der weiße Fleck im blauen Brustgefieder Exemplare die Unterart Weißsterniges Blaukehlchen charakterisiert.

Mittlerweile waren die Exkursionsteilnehmer an den Stauflächen im Moor angekommen. Dort beobachteten sie Brandgänse, Pfeifenten und Bruchwasserläufer. Wieder am Aussichtshügel angelangt, stellte Horst Blenckner ein Ergebnis von 45 beobachteten oder gehörten Arten fest. Wie viel Spaß die Wanderung gemacht hatte, war in den zufriedenen Gesichtern der Beobachter abzulesen. Und einige von Ihnen versprachen, sich im nächsten Jahr wieder bei Matthias Maack zu einer Wanderung durch das Wilde Moor anzumelden.

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