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Kanaltunnel Rendsburg : Frost lässt die Tunnelarbeiter kalt

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Keine Winterpause unter dem Kanal: Heizlüfter gewährleisten in der Oströhre des Rendsburger Tunnels rund um die Uhr eine Mindesttemperatur von acht Grad.

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2013 | 13:00 Uhr

Rendsburg | 20 Meter unter der Wasseroberfläche ist es laut und staubig, aber zumindest nicht kalt. Mehrere Heizlüfter gewährleisten in der 640 Meter langen Oströhre des Kanaltunnels eine Mindesttemperatur von acht Grad Celsius. Das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau hat die Baustelle winterfest machen lassen. Somit ist es möglich, selbst bei Frostwetter im Tunnel zu arbeiten.

Wer mit seinem Auto die Zufahrten zur Baustelle passiert, muss allerdings den Eindruck gewinnen, es gehe nicht voran mit der aufwändigen Sanierung und Modernisierung der wichtigen Nord-Süd-Verbindung. Nur selten sind Arbeiter zu sehen, und ein Einblick in die Oströhre ist nicht möglich. Die Tunnelportale auf beiden Seiten des Kanals wurden mit großen Planen aus Kunststoff verhängt. Diese erfüllen einzig und allein den Zweck, die von den Lüftern produzierte warme Luft zu bewahren.

Innerhalb der Röhre geht es emsig zu. 30 Arbeiter sind derzeit unter anderem damit beschäftigt, im künftigen Fahrbahnbereich Mörtel zu gießen. Mit hoher Präzision werden die Arbeiten ausgeführt – montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr, sonnabend bis 16 Uhr. Meter für Meter kämpfen sich die Männer in ihren orangefarbenen Overalls in Richtung Norden vor, stets überwacht von Frithjof Garrn vom Wasser- und Schifffahrtsamt.

In etwa einem Jahr werde die Oströhre fertig sein, sagt Garrn. Dann wende man sich der sanierungsbedürftigen Weströhre zu. Ende 2015 beziehungsweise Anfang 2016 solle der komplette Tunnel für den Verkehr wieder freigegeben werden können, zwei Jahre später als ursprünglich geplant. Warum dauert das so lange? Der größe Teil der Verzögerungen ist laut Garrn darauf zurückzuführen, dass während des Baus versteckte Mängel gefunden worden seien oder die Bauausführung des Tunnels nicht den 50 Jahre alten Plänen entspricht. Ein Beispiel: Die Stahlbetonbewehrung der Tunnelsohle liegt nicht dort, wo sie liegen sollte. Die ursprünglich vorgesehenen Entwässerungsrinnen müssen nun gegen flacher gebaute Elemente ausgetauscht werden. Diese neuen Einbauteile fertigt die Firma ACO speziell für den Rendsburger Straßentunnel. Damit die Durchfahrtshöhen nicht beeinträchtig werden, wurde in der Folge die gesamte Straßenplanung überarbeitet.

Ursprünglich hatten die Planer mit Kosten von 25 Millionen Euro gerechnet. Das ist nicht zu halten. In neuen Schätzungen ist von 35 bis 38 Millionen Euro die Rede.

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