Unfall im Kanaltunnel : Frontalcrash im Tunnel: Elfjähriger Schüler verletzt

Zwei Pkws sowie ein Lkw waren an dem Unfall beteiligt.
Zwei Pkws sowie ein Lkw waren an dem Unfall beteiligt.

Die Vollsperrung dauerte eine Stunde. Ein Audi-Fahrer war dabei im Stau eingeschlafen.

shz.de von
31. Juli 2015, 05:00 Uhr

Eine Vollsperrung des Kanaltunnels hat gestern Morgen für Chaos und lange Staus im Berufsverkehr gesorgt. Ein junger, offenbar alkoholisierter Autofahrer war frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammengestoßen. Drei Menschen wurden dabei verletzt, darunter auch ein elfjähriger Junge.

Gegen 7.30 Uhr kam es zu dem Unfall in der Weströhre des Tunnels. Ein 26-jähriger BMW-Fahrer war in Fahrtrichtung Süden in den Gegenverkehr geraten, touchierte zunächst einen Lkw und stieß dann frontal mit einem ebenfalls entgegenkommenden Mercedes zusammen. Der junge Mann wurde bei dem Zusammenstoß schwerverletzt, ebenso der 48-jährige Mercedes-Fahrer. Sein elf Jahre alter Beifahrer erlitt leichte Verletzungen und einen Schock. Alle drei mussten in der Imland-Klinik behandelt werden. Der Lkw-Fahrer blieb dagegen unverletzt.

Die beiden Unfallautos wurden stark beschädigt und mussten abgeschleppt werden. Die Schadenshöhe beträgt nach erster Einschätzung der Polizei mindestens 50  000 Euro. Während der Behandlung stellten die Klinik-Mitarbeiter fest, dass der Unfallverursacher nach Alkohol roch. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen und er musste seinen Führerschein abgeben. Nach zirka einer Stunde konnte der Tunnel um 8.40 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden und der Stau löste sich langsam auf.

Doch ein Autofahrer hatte das offenbar nicht mitbekommen. Mehrere Anrufe gingen bei der Polizei ein, dass ein Audi zirka 50 Meter vor der Tunneleinfahrt einfach stehen blieb. Als die Beamten an dem Fahrzeug eintrafen und lautstark auf sich aufmerksam machten, schreckte der Fahrer hoch. Er war am Steuer seines Audis eingeschlafen.

Für die Feuerwehren Rendsburg und Westerrönfeld, die bei Unfällen im Straßentunnel immer gleichzeitig alarmiert werden, sind die Einsätze unter dem Nord-Ostsee-Kanal immer eine besondere Herausforderung. Schon die Zufahrt zur Unfallstelle, 200 Meter von der nördlichen Tunneleinfahrt entfernt, war wegen des Staus schwierig. Gegen die Fahrtrichtung fuhr das Rüstfahrzeug über die Abfahrtspur in den Tunnel. „Wir schicken immer unseren Jeep vor, um uns nicht mit unseren großen Fahrzeugen selbst zu blockieren“, erklärte der Rendsburger Wehrführer Gerrit Hilburger im Gespräch. Glücklicherweise sei keiner der Verletzten in seinem Fahrzeug eingeklemmt gewesen, sodass der Einsatz von schwerem Gerät nicht nötig war. Bereits nach 15 Minuten seien die Rettungswagen mit den drei Verletzten auf dem Weg in die nahe Klinik gewesen, sagte Hilburger. Die Oströhre des Tunnels, die für Unfälle als „Notröhre“ für Rettungsfahrzeuge gedacht ist, war gestern nicht befahrbar, weil am frühen Morgen frischer Beton eingebracht worden war. „Sonst hätten die Rettungswagen in die Oströhre einfahren und die Verletzten durch eine der Fluchttüren aus der anderen Röhre aufnehmen können“, erklärte Dieter Holm, stellvertretender Wehrführer in Westerrönfeld.

Während auf der Südseite die Polizei den Verkehr umleitete, musste auf der Nordseite die Rendsburger Feuerwehr diese Aufgabe zusätzlich übernehmen. „Es war kein Streifenwagen mehr verfügbar“, schilderte Hilburger die Situation. Seine Kameraden mussten die Erfahrung machen, dass nicht alle Autofahrer ihren Anweisungen folgten. Einer versuchte, mit hoher Geschwindigkeit an den sich stauenden Fahrzeugen vorbei zu fahren und gefährdete damit das Leben der Feuerwehrkameraden auf der Berliner Straße.






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