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Schacht-Audorf : Frisches Geld kommt aus Schacht-Audorf

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Gemeinde ist zum wichtigen Drehkreuz in der Cash-Logistik geworden.

shz.de von
erstellt am 05.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Der Geldschrank des Nordens wirkt unscheinbar. Komplett in Grau gehalten, ohne Schnörkel und fast fensterlos. Schwere Tore versperren die Fahrt auf das hoch umzäunte Gelände, Fußgänger müssen durch ein Drehkreuz aus Stahl. An den Außenwänden der 100 Meter langen Halle hängen auffällig viele Kameras und Scheinwerfer. Mehrere elektronische Augen sind auf das Dach gerichtet. Ein Firmenlogo ist nicht zu erkennen. Nur drei Flaggen mit den Buchstaben „HLS“ zappeln im Wind, der vom 150 Meter entfernten Kanal herüberweht.

In der Hüttenstraße im Norden von Schacht-Audorf wurde kurz vor dem Jahreswechsel eines der modernsten Geldlogistikzentren des Landes eröffnet. Weil sich die Bundesbank schrittweise aus Schleswig-Holstein zurückzieht (siehe Information rechts), organisiert das Bankgewerbe die Versorgung mit Noten und Münzen selbst. Schacht-Audorf ist dabei ein wichtiges Drehkreuz.

Die Hamburger Logistik Service GmbH (HLS), ein Gemeinschaftsunternehmen der Sparkassen in Norddeutschland, liefert von dort aus frisches Geld für die Förde Sparkasse (Kiel), Sparkasse Mittelholstein (Rendsburg), Sparkasse Hohenwestedt, Sparkasse Westholstein (Itzehoe), Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg (Ratzeburg), Bordesholmer Sparkasse (Bordesholm) und Sparkasse zu Lübeck. 400 Geldautomaten mit dem weißen „S“ auf rotem Grund werden mit Noten aus Schacht-Audorf gefüttert. 240 Standorte steuert die HLS-Flotte regelmäßig an. Die Geldinstitute sind über den Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein als Mitgesellschafter mit insgesamt 26,5 Prozent an der HLS beteiligt.

Im neu erbauten Cash-Center am Kanal arbeiten 26 Beschäftige. Und das nicht nur für Banken. Auch Handelsfirmen und Verkehrsbetriebe nutzen die Dienste des Unternehmens. Gepanzerte und per GPS-Navigation gesicherte Geldtransporte liefern Wechselgeld und Noten in Geschäftsstellen, leeren Tresore und transportieren Tageseinnahmen in das regionale Bargeld-Lager. Dort wird das Geld weiter bearbeitet. Auch Kundendaten und Kreditkarten, Reiseschecks, vertrauliche Dokumente und wertvolle Datenträger müssen geschützt von Ort zu Ort gebracht werden. Aus Sicht des Dienstleisters ist die Kooperation mit den Sparkassen ein Erfolg: „Die HLS verknüpft Sparkassenwerte mit Bundesbank-Qualität in der Geldlogistik und Geldbearbeitung“, sagt Geschäftsführer Marcus Mallach. Im Geschäftsjahr 2015 liege der Fokus noch auf der Integration der neuen Sparkassenpartner, ergänzt Martin Skaruppe, Vorstandsmitglied der Förde Sparkasse und stellvertretender Vorsitzender des HLS-Aufsichtsrats. „Umso mehr freut es uns, dass bereits jetzt weitere regionale Unternehmen die Dienstleistungen in Anspruch nehmen.“

Mit Eröffnung des Standorts in Schacht-Audorf versorgt das Unternehmen flächendeckend Hamburg und Schleswig-Holstein mit Barem und mehr. Jeder Geldschein, den ein Sparkassenkunde im mittleren Schleswig-Holstein einzahlt oder aus einem Automaten zieht, durchläuft mit hoher Wahrscheinlichkeit das unscheinbare Lager an der Hüttenstraße. Dort wird zwar kein Geld gedruckt, und wir sind auch nicht in Entenhausen. Dagobert Duck würde sich hinter den hohen Zäunen dennoch wohlfühlen.

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