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Landeszeitung

20. Oktober 2017 | 19:12 Uhr

Frisches Essen statt Tiefkühlkost

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

An der Schule Rotenhof lernen Mädchen und Jungen mit Hilfe der Kindertafel Kochen und Backen / Finanzielle Not gefährdet das Projekt

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Plätzchen zu backen, ist gar nicht so einfach. Die siebenjährige Anna muss jede Menge Kraft aufwenden, um aus dem ausgerollten Teig kleine Enten auszustechen. Aber sie ist nicht auf sich allein gestellt. Ihre Freundin Malina hilft – und dann gibt es ja auch noch Renate Zoephel. Ehrenamtlich leitet sie den Koch- und Backkurs in der Schule Rotenhof. Die Trägerschaft für dieses Angebot hat die Rendsburger Kindertafel übernommen.

Frisches Essen statt Tiefkühlkost – diese Philosophie will die Kindertafel ihren Schützlingen vermitteln. In der Schule Rotenhof gibt es zwei Kurse pro Woche. Donnerstags ab 14 Uhr sind die Erst- und Zweitklässler dran, dienstags ab 14 Uhr die dritten und vierten Klassen. Kinder aus allen sozialen Schichten können an dem Kurs teilnehmen, denn bezahlen müssen sie nichts. Die Kindertafel liefert alle benötigten Lebensmittel kostenfrei. Tafel-Koordinator Volker Siegling vom Diakonischen Werk möchte, dass das auch im kommenden Jahr so bleiben kann. Allerdings ist die Zukunft der ausschließlich von Spenden lebenden Kindertafel gefährdet. Das jährliche Defizit, das nahezu ausschließlich durch Transportkosten verursacht wird, liegt bei 20 000 Euro.

Immerhin ist ein Licht am Ende des Tunnels erkennbar. Denn auch in der zweiten Woche der Aktion „Hilfe im Advent“ haben sich die Leserinnen und Leser der Landeszeitung großzügig gezeigt. Mittlerweile sind über 16 000 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen. Zahlreiche Privatleute, aber auch immer mehr Firmen und Vereine beteiligen sich an der Aktion.

Renate Zoephel hat den Koch- und Backkurs im August 2012 an der Schule Rotenhof gemeinsam mit der Kindertafel ins Leben gerufen. Theoretisch könnte sie in der gut ausgestatteten Küche der Schule einer ganzen Schulklasse den richtigen Umgang mit Lebensmitteln beibringen, wenn nur genügend Betreuer dabei wären. Wenn die Kleinen mit Geräten und Messern hantieren, muss eine Aufsichtsperson immer in der Nähe sein. Am vergangenen Donnerstag hatte sie zwei Helferinnen. Zehn Kinder konnten betreut werden.

Den Kindern von Eltern ausländischer Herkunft sei der Umgang mit frischen Zutaten besser vertraut als „den deutschen Kindern, die oft von Pizza und Pommes leben“, sagt Renate Zoephel. Es erforderte jede Menge Überzeugungsarbeit, den Pizza- und Pommes-Fans nahezubringen, dass frisch zubereitete Gerichte mindestens genauso gut schmecken können. „Anfangs bekam ich immer wieder zu hören: Das mag ich nicht“, erinnert sich die gelernte Hauswirtschafterin. Das hat sich geändert. Nach dem Kochen und Backen wird gemeinsam gegessen. Und selten bleibt etwas übrig. Renate Zoephel: „Meine Kinder essen mit großem Appetit.“

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