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Schulkosten : „Fremdgehen“ kostet die Stadt Geld

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

402054 Euro Beiträge wurden für Rendsburger an Umlandschulen fällig.

Das Wort ist lang: Schulkostenbeiträge. Damit beschäftigt sich morgen der Bildungsausschuss. „Weil so viel spekuliert wird“, sagt Fachbereichsleiter Herbert Schauer, wird er die Thematik erläutern. Zwar musste die Stadt im Jahr 2013 einen sechsstelligen Betrag zahlen, aber dem gegenüber stehen auch Einnahmen.

Denn: Für jeden Schüler aus dem Umland, der eine städtische Schule besucht, erhält Rendsburg Geld. Umgekehrt muss die Stadt zahlen, wenn Rendsburger „fremdgehen“ – also auf einer Schule in Fockbek, Büdelsdorf oder Jevenstedt unterrichtet werden. Der Schultourismus hat verschiedene Gründe: Familien südlich des Kanals entscheiden sich vielleicht für die Grundschule in Schacht-Audorf, weil diese einen kürzeren Schulweg garantiert. So besuchten im vergangenen Jahr acht Rendsburger Kinder die Schule Eiderkanal. Pro Kind musste Rendsburg dafür 1631 Euro zahlen. Teurer ist die Grundschule in Alt Duvenstedt: 1948,12 Euro. Für Westerrönfeld sind lediglich 1093,92 Euro zu berappen.

Die unterschiedlichen Beträge ergeben sich aus den Berechnungen der jeweiligen Gemeinden. Es handelt sich um eine sogenannte Vollkostenabrechnung, die im Schulgesetz festgelegt ist, zwischen den Gemeinden geregelt wird und „problemlos funktioniert“, wie Schauer erklärt. So werden beispielsweise Personalkosten wie für Sekretärinnen, Hausmeister und Raumpflegerinnen berücksichtigt – ebenso wie Investitionen.

Das bedeutet wiederum: „Je nach Alter der Gebäude entstehen unterschiedliche Kosten“, erläutert Herbert Schauer. Etwa, wenn diese saniert werden müssen. „Rendsburg hat in den vergangenen Jahren 20 Millionen Euro in die Schulen investiert“, weiß der Fachbereichsleiter. Es kann und muss daher höhere Kosten geltend machen als eine Gemeinde mit einer noch relativ neuen Schule.

Den höchsten Pro-Kopf-Betrag erhält die Stadt für jeden Grundschüler aus dem Umland: 2227 Euro. Bei der Berechnung spielen neben den genannten Kosten auch die Schülerzahlen an den jeweiligen Einrichtungen eine Rolle.

Die Schüler an den Rendsburger Gymnasien kommen zu 80 Prozent aus den umliegenden Gemeinden, weiß der Fachbereichsleiter Bürgerdienste. Dann wird pro Schüler mit 1075 Euro ein relativ niedriger Betrag fällig. Wer das Reifezeugnis allerdings in neun statt acht Jahren (G8) ablegen möchte, hat mit der Gemeinschaftsschule in Büdelsdorf „eine echte Alternative“. Das wird im Umkehrschluss für Rendsburg teuer: 1634,86 Euro muss die Stadt dann zahlen, im vergangenen Jahr für 59 Schüler, das sind 96 456,74 Euro. Mehr gezahlt wurde nur noch an die Grundschule Büdelsdorf: 40 419,20 Euro. Insgesamt flossen im vergangenen Jahr 402 054,05 Euro ins Umland.

Dazu beschließen müssen die Ausschuss-Mitglieder morgen nichts. Der Vortrag dient nur ihrer Information.


Öffentliche Sitzung: Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport am Mittwoch, 26. Februar, um 18 Uhr im Alten Rathaus. Vorlagen: www.rendsburg.de > Sitzungstermine > Datum anklicken: Es erscheint die Tagesordnung sowie die Vorlagen als pdf

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erstellt am 24.Feb.2014 | 11:06 Uhr

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