Rendsburg : Freie Schulwahl: Das Los entscheidet

Mehr Anmeldungen als Plätze für die Christian-Timm-Gemeinschaftsschule / Gymnasien spüren die Konkurrenz noch nicht

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16. März 2013, 08:53 Uhr

Rendsburg | Was für eine Enttäuschung für eine Familie aus Westerrönfeld. Nach vier Jahren in der heimischen Grundschule sollte die Tochter mit einem guten Zeugnis auf eine weiterführende Schule wechseln. Die Christian-Timm-Schule in Rendsburg sollte es sein - zumal diese ja demnächst zur Gemeinschaftsschule wird. Die Anmeldung wurde rechtzeitig abgeschickt. Eltern und Tochter freuten sich auf den neuen Lebensabschnitt - bis vor kurzem ein Brief mit einer Absage ins Haus flatterte. Gespräche mit der Schulleitung, dem Schulamt und auch mit dem Bildungsministerium in Kiel änderten daran nichts mehr.

Den Grund dafür erklärt Schulleiter Holger Jahn: "Bei uns sind für das kommende Schuljahr 139 Anmeldungen eingegangen und das übersteigt unsere Kapazität. Für diesen Fall gibt es von Ministerium und Schulamt klare Weisungen, die uns Rechtssicherheit verschaffen." Das System klingt einfach: Kinder, deren Geschwister bereits an der Schule sind und so genannte Härtefälle (beispielsweise Schüler mit Förderbedarf) sind gesetzt. Danach wird unter allen anderen Bewerbern gelost - gleichgültig, ob sie aus Rendsburg kommen oder nicht. Die Schülerin aus Westerrönfeld hatte das Pech, nicht ausgelost zu werden.

Und was ist mit dem Recht der Eltern, selbst eine Schule für ihre Kinder aussuchen zu dürfen, die so genannte Wahlfreiheit? "Wenn die Zahl der Anmeldungen die Kapazität einer Schule übersteigt, sind wir machtlos", erklärte Andrea Loose aus dem Fachdienst Bildung im Rendsburger Rathaus. Das bedeutet: Die Eltern und Schüler können zwar wählen, es besteht aber kein Anspruch auf eine Zusage.

Andrea Loose wies jedoch darauf hin, dass allen angemeldeten Schülern ein Platz in einer Rendsburger Gemeinschaftsschule angeboten werden könne, da die Schule Altstadt noch Platz für Schüler habe.

Da die Stadtverwaltung erst im kommenden Monat im zuständigen Ausschuss über die Zahlen berichtet, wollte Andrea Loose nicht vorab ins Detail gehen. Sie deutete jedoch an, dass die Rendsburger Grundschulen voll belegt sind. Hier wird der häufig prognostizierte Rückgang der Schülerzahlen noch nicht spürbar.

Nur wenig anders sieht es an den drei städtischen Gymnasien aus. Nach Angaben von Andrea Loose werde man voraussichtlich wie im vergangenen Jahr wieder insgesamt 13 Sextaner-Klassen einrichten können. Die Konkurrenz der Gemeinschaftsschulen in Nortorf und Büdelsdorf, die im Sommer gymnasiale Oberstufen einrichten dürfen, hat sich hier noch nicht wirklich bemerkbar gemacht. Eine Tatsache, die sich allerdings mit steigendem Bekanntheitsgrad der "Konkurrenz" in Zukunft ändern könnte.

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