Freibad-Start ins Wasser gefallen

Das Wasser muss noch einmal abgepumpt werden: Bürgermeister Jan Butenschön mit dem technischen Leiter Tim Petersen und Geschäftsführer Kay Fischer von den GWH (von links).
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Das Wasser muss noch einmal abgepumpt werden: Bürgermeister Jan Butenschön mit dem technischen Leiter Tim Petersen und Geschäftsführer Kay Fischer von den GWH (von links).

Folie gerissen / Saison verschiebt sich „erheblich“

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08. Mai 2018, 13:30 Uhr

Eigentlich hätte die neue Badesaison im Hohenwestedter Freibad am vergangenen Wochenende beginnen sollen. Rissbildungen in der nach 40 Dienstjahren kaum noch betriebstauglichen Beckenfolie haben den Gemeindewerken jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Jetzt wird ein Saisonstart Ende Mai angepeilt. Sollte die Folie auch beim nächsten Reparaturversuch wieder reißen, droht die komplette Badesaison ins Wasser zu fallen.

Anfang Mai beginnt im Freibad Ludwigslust üblicherweise die neue Badesaison. An dieser Tradition wollten die Gemeindewerke Hohenwestedt (GWH) auch in diesem Jahr festhalten. Wie gewohnt starteten die Saisonvorbereitungen bereits im März. „Wir haben auf die Saisoneröffnung am 1. Mai hingearbeitet und lagen auch ganz gut im Plan“, berichtet GWH-Geschäftsführer Kay Fischer. Die Becken waren schon zu zwei Dritteln mit frischem Wasser gefüllt, als man Risse in der Folie entdeckte, durch die das Wasser in großen Mengen in den Untergrund ablief. „Also haben wir die Becken geleert, gereinigt, alles kontrolliert, die Risse in der Beckenfolie geflickt und wieder mit dem Wassereinlass begonnen“, erzählt Fischer. Mit der Folge, dass die Folie diesmal „einige Meter weit abriss“. „Daraufhin mussten wir das Wasser wieder komplett abpumpen, um die neuen Schadstellen flicken zu können“, erklärt Fischer.

Zu diesem Zeitpunkt wäre der Saisonstart am ersten Maiwochenende noch zu schaffen gewesen. Aber: „Die Beckenfolie ist erneut an diversen Stellen gerissen.“ Also muss nun ein dritter Flickversuch in Angriff genommen werden. Weil auch wieder das ganze Wasser abgepumpt, eine Folienreparatur-Firma angefordert und dann neues Wasser eingelassen und auf badetaugliche Temperaturen erwärmt werden muss, verschiebt sich der Saisonstart ganz erheblich. „Wir hoffen, dass wir das Freibad Ende Mai oder Anfang Juni eröffnen können“, sagt Fischer. Ein Termin, der aber nur zu halten ist, wenn die Folie, die sich nach 40 Dienstjahren als ein regelrechter Flickenteppich präsentiert, den mit dem Wassereinfüllen verbundenen Stresstest diesmal besteht. „Wir hoffen, dass die Folie beim dritten Versuch halten wird“, so Fischer.

Und wenn nicht? „Wir versuchen alles, aber wenn die Folie nochmal reißt, dann ist die Saison erledigt“, stellt der GWH-Geschäftsführer fest, „dann macht es keinen Sinn mehr, denn wir verlieren einen weiteren Monat und dazu viel Wasser, Strom und Geld.“ Wie stehen die Chancen ungefähr? 50:50? „Ja, viel höher schätze ich die Erfolgsaussichten nicht ein“, meint Fischer.

„Die aktuellen Probleme zeigen ja die Notwendigkeit einer Sanierung unseres Freibads“, bemerkt Bürgermeister Jan Butenschön, für den die marode Folie nur „die Spitze des Eisbergs“ ist. Wie sanierungsbedürftig ihre Badeanstalt ist, hatten die Hohenwestedter Gemeindevertreter im Januar 2015 von Nicole Riedle vom Planungsbüro „balneatechnik“ dargelegt bekommen. „Der Beckenkörper ist abgängig, die Technik überholt und die Folienlebensdauer längst überschritten“, zählt Butenschön die Mängel auf. Nach der schonungslosen Diagnose von Nicole Riedle hatten die Kommunalpolitiker eine komplette Umgestaltung des Freibads beschlossen, die im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms „Kleine Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“ verwirklicht werden soll. Die Baukosten von 7,3 Millionen Euro (netto) werden dabei zu je einem Drittel von Gemeinde, Land und Bund getragen. „Die Genehmigungsplanung ist fertig, und parallel dazu stellen wir jetzt den Bauantrag beim Kreisbauamt“, teilt Fischer mit. Im Herbst will man mit dem Abriss beginnen. Wegen der Bauarbeiten bleibt das Bad 2019 komplett geschlossen, und im Frühjahr 2020 soll das neue Freibad dann feierlich eingeweiht werden.

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