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Die Junge Norla : Frauenpower bei den grünen Berufen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Landwirtschaftsbranche ist längst keine reine Männerdomäne mehr: Drei junge Frauen stellen ihren Ausbildungszweig auf der Norla vor.

von
erstellt am 06.Sep.2014 | 05:44 Uhr

Draußen in der Natur sein und mit Tieren arbeiten – das macht die Arbeit in der Landwirtschaft aus. Aus diesem Grund haben sich die jungen Frauen Femke Delfs (19) und Merle Meggers (18) für eine Ausbildung zur Landwirtin entschieden. Auf der Norla stellten die beiden gestern ihre Berufe und Ausbildungswege vor.

Femke Delfs ist als Tochter eines Milchbauern in die Arbeit reingeboren. Ihre Eltern haben einen eigenen Betrieb mit 200 Milchkühen in Christiansholm. „Als Kind habe ich schon immer beim Melken und Füttern geholfen, mit 16 habe ich dann den Treckerführerschein gemacht, und ab da war eigentlich klar – ich werde Landwirtin“, erzählt sie.

In ihrem ersten Ausbildungsjahr ist sie auf dem Hof ihrer Eltern geblieben. Das sei einfach praktisch gewesen, und schließlich wolle sie den Betrieb später auch einmal übernehmen. Von ihren Mitschülern in der Berufsschule, zu der sie zweimal pro Woche nach Osterrönfeld musste, gab es da auch mal bissige Kommentare. Doch eine Sonderbehandlung bekam die 19-Jährige nicht. „Ich musste genau wie alle anderen um 4.30 Uhr zum Melken raus.“

Nach einem Jahr wechselte sie dann den Betrieb. Das sei in der Ausbildung so üblich, denn schließlich solle man möglichst viel kennenlernen. Auf dem zweiten Hof waren es dann schon 600 Milchkühe. Doch das reicht Femke Delfs noch nicht. Wenn sie die Ausbilung in einem Jahr beendet hat, möchte sie für ein paar Wochen ins Ausland gehen, um dann die ganz großen Höfe zu sehen. Gemeinsam mit Merle Meggers soll es nach Kanada oder Australien gehen.

Dass der Beruf als Landwirtin eher eine Männerdomäne sei, können die beiden Frauen aber nicht bestätigen. Die Technik habe die Arbeit schließlich erleichtert, es werde nicht mehr so viel Kraft benötigt. „Keiner muss mehr den Futtersack schleppen, dafür gibt es den Hoflader“, sagen sie. Ihren Vorteil gegenüber dem männlichen Geschlecht sehen sie vor allem im Umgang mit den Tieren. „Frauen haben einen besseren Blick für den Gemütszustand und können dadurch schneller reagieren“, findet auch Sabine Potthast von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Ein Drittel der Landwirte in der Ausbildung sei bereits weiblich.

Im Gärtnerberuf komme es dagegen auf die Fachrichtung an, von denen es sieben unterschiedliche gibt. Die 24-jährige Silke Höppner, die gestern ebenfalls ihre Arbeit auf der Bühne präsentierte, hat sich für den Zierpflanzenbau entschieden. Sie arbeitet im Botanischen Garten in Kiel und schätzt an ihrem Beruf, dass sie täglich etwas mit ihren eigenen Händen schafft. Mit Anfang 20 hat sie noch einmal den Schritt in die neue Lehre gewagt, nachdem sie bereits eine kaufmännische Ausbildung absolviert hatte.

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