Rendsburger Frauenhaus : Frauenhaus braucht mehr Platz

Besichtigten das Frauenhaus: Grünen-Ratsfrau Helma Böhmer, Britta Brumm und Heike Rullmann (Frauenhaus Rendsburg) sowie Marret Bohn und Aminata Touré aus der Grünen-Landtagsfraktion (von links).
Besichtigten das Frauenhaus: Grünen-Ratsfrau Helma Böhmer, Britta Brumm und Heike Rullmann (Frauenhaus Rendsburg) sowie Marret Bohn und Aminata Touré aus der Grünen-Landtagsfraktion (von links).

22 Bewohnerinnen teilen sich acht Zimmer. Aminata Touré und Marret Bohn aus der Grünen-Landtagsfraktion besuchen Einrichtung.

Avatar_shz von
17. September 2018, 19:24 Uhr

Nach Zahlen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend steigen seit 2012 kontinuierlich die Opferzahlen von Gewalt in Partnerschaften. Insgesamt 40 Prozent der Frauen in Deutschland über 16 Jahre erleben in ihrem Leben mindestens einmal körperliche und/oder sexuelle Gewalt. Um den Betroffenen zu helfen, hat das Land jetzt ein Sofortprogramm von 6,3 Millionen Euro auf den Weg gebracht.

Aminata Touré, frauenpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion, und Marret Bohn, sozialpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion und regionale Abgeordnete, besuchten darum das Frauenhaus in Rendsburg. Gemeinsam mit Helma Böhmer, Vorsitzende der Grünen-Fraktion in Rendsburg, verschafften sie sich einen Eindruck von der Einrichtung. „Die Mitarbeiterinnen leisten eine großartige Arbeit für Frauen in Notsituationen, das gilt es zu unterstützen“, sagte Aminata Touré bei ihrem Besuch.

Unter dem Titel „Frauen-Wohnen“ hat das Land Schleswig-Holstein zudem ein Projekt ins Leben gerufen, das Frauen nach ihrem Auszug aus dem Frauenhaus bei der Wohnungssuche unterstützt. Von 2018 bis 2022 stellt das Land jährlich 800 000 Euro dafür zur Verfügung.

Im Gespräch mit den Mitarbeiterinnen erfuhr Touré, dass der Platzmangel – wie in allen Frauenhäusern – ein großes Problem sei: Die insgesamt 22 Plätze im Frauenhaus Rendsburg seien auf acht Zimmer aufgeteilt. Es gebe nur eine Küche und auf ein Bad kämen jeweils zwei bis drei Zimmer, berichteten die Mitarbeiterinnen ihren Besuchern. Außerdem sei das Haus nicht barrierefrei – ein Problem, da Frauen mit Behinderung doppelt so häufig von Gewalt betroffen seien.

Marret Bohn erklärte: „Der Neubau des Frauenhauses Rendsburg ist dringend erforderlich. Ich werde mich persönlich dafür einsetzen, dass das Land so schnell wie möglich grünes Licht für die finanzielle Unterstützung gibt.“

Aminata Touré besucht aktuell alle 16 Frauenhäuser in Schleswig-Holstein. Ihr Ziel: „Wir brauchen eine gesamtgesellschaftliche Debatte über männliche Gewalt.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen