Messerattacke in Rendsburg : Frau überlebt Mordversuch – Haftbefehl gegen Ehemann

Ein Beamter der Spurensicherung gestern auf dem Weg zum Tatort im Kampenweg.
Ein Beamter der Spurensicherung gestern auf dem Weg zum Tatort im Kampenweg.

Familiendrama in einer Mietswohnung: Eine 22-Jährige erleidet Stichverletzungen. Der Ehemann wurde verhaftet.

shz.de von
14. April 2018, 12:30 Uhr

Am Freitag ist es in Rendsburg zu einem Familiendrama gekommen: Im Stadtteil Kronwerk soll ein Syrer (26) versucht haben, seiner Frau (22) in der Nacht mit einem Küchenmesser die Kehle durchzuschneiden. „Er fügte ihr Stich- und Schnittverletzungen zu“, bestätigte Axel Bieler, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kiel. Gegen den Ehemann wurde Haftbefehl erlassen wegen versuchten Mordes.

Die Frau flüchtete aus der Wohnung im ersten Stock. Bieler: „Sie klingelte gegen 1.30 Uhr bei mehreren Nachbarn, bis ihr geöffnet wurde.“ Ihr Mann verfolgte sie, doch der Nachbar, der half, schloss schnell die Tür, alarmierte sofort die Polizei und den Rettungsdienst.

Blutspuren im Treppenhaus und an Türen des zweigeschossigen Wohngebäude zeugten am Vormittag von dem grausigen Mordversuch. Ein blauer Kleinbus der Polizei parkte vor dem Mietshaus im Kampenweg. Beamte sicherten Spuren des Verbrechens. Anwohner standen hinter den Fenstern und beobachteten die Szenerie.

Die Wohnungstür wurde verriegelt und versiegelt.
Danfoto
Die Wohnungstür wurde verriegelt und versiegelt.
 

„Ich bin durch die Schreie wach geworden“

Die Polizei war zunächst davon ausgegangen, dass die Frau geschlafen hatte, als auf sie eingestochen wurde. Den Ermittlern, die sie am Freitag in der Klinik befragten, erklärte die zweifache Mutter, ihr Mann habe sie geweckt, dann sei es im Schlafzimmer zum Streit gekommen. Wegen häuslicher Gewalt war die Polizei bereits mehrfach zu der Familie gerufen worden.

Mieter Bashar al Moukdad, ebenfalls aus Syrien, sagte: „Ich bin durch die Schreie wach geworden, habe die 112 angerufen – aber die wussten schon davon.“ Das Paar lebt nach seinen Angaben seit zwei Jahren in Rendsburg, hat zwei kleine Kinder. Sie kamen in die Obhut des Jugendamts. „Der mutmaßliche Täter ließ sich widerstandslos festnehmen“, erklärte Polizeisprecher Matthias Felsch. Eine Nachbarin drei Häuser weiter sagte: „Ich hoffe, der wird für immer weggesperrt.“

Das schwer verletzte Opfer brachte der Notarzt ins Krankenhaus. Nach Informationen unserer Zeitung soll die 22-Jährige viel Glück gehabt haben, dass sie den Angriff überlebte. Das Messer wurde in der Wohnung des Paares sichergestellt.

Rentner Gerhard Hackbarth (72) aus Owschlag, der Flüchtlinge in dem Haus und in anderen Stadtteilen Rendsburgs seit Jahren tatkräftig unterstützt, sagte: „Den Taten aus Hamburg und Rendsburg sollte nicht zu viel Gewicht gegeben werden, nur weil es sich um ausländische Täter handelt. Das passiert unter uns Deutschen auch.“ Das dürfe jetzt nicht von den Medien hochgekocht werden. „Wir haben sehr viele in der Bevölkerung, die auf so etwas nur warten.“

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