Franziska Troegner: Kabarett vom Feinsten

Ein starkes Team: Franziska Troegner und Andreas Peschel. Foto: knäpper
Ein starkes Team: Franziska Troegner und Andreas Peschel. Foto: knäpper

shz.de von
16. September 2010, 03:59 Uhr

Süderstapel | "Das war Kabarett vom Feinsten", "fantastisch", "unglaublich hohes Niveau" - die Begeisterung für die letzte Veranstaltung der "Literatur im Ohlsenhaus" war grenzenlos bei den über 120 Zuschauern. Organisator Eberhard Reimann war stolz auf die letzte "starke Frau" der Lesereihe 2010.

Von der ersten Sekunde nahm Franziska Troegner das Publikum bei der Hand, führte es gekonnt mit Couplets, Gedichten oder Schnurren durch die Höhen und Tiefen des ersten, zweiten und dritten Frühlings - und die Zuhörer folgten willig und begeistert. Es war nicht zu glauben, dass dieses Temperamentsbündel bereits einen ungeplanten langen Drehtag fürs Fernsehen hinter sich hatte, als sie Tanzeinlagen auf die Bühne brachte oder mit großer Geste drei Personen gleichzeitig spielte.

Das Publikum ging begeistert mit und spendete immer wieder Szenenapplaus. Beim Einstieg mit "Surabaya Johnny" ließ sie die gestandene Brecht-Interpretin auferstehen, biss mit ironischen Bemerkungen um sich, ironisierte das Verhältnis zwischen Männern und Frauen bis zur Schmerzgrenze der Lachmuskeln. Diese Vollblutschauspielerin malte die leisen Szenen mit feinsten Nuancen aus, um es im nächsten Moment krachen zu lassen.

Der begleitende Pianist Andreas Peschel war ein einfühlsamer Partner und bildete mit Franziska Troegner ein kongeniales Team. "Schnarch wenigstens im Takt" war der Abend überschrieben, aber zum Schnarchen kam keiner. Hoffentlich war es nicht ein leeres Versprechen als sie sagte: "Sie sind ein so freundliches Publikum, ich komme wieder."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen