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Hafen-Wirtschaft : Frachter bringen neue Jobs in die Region

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Zahl der Arbeitsplätze in den Rendsburger Häfen könnte sich bis 2030 mehr als verdoppeln. Dazu stellte die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises am Dienstag eine neue Studie vor.

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erstellt am 24.Mai.2017 | 10:48 Uhr

Der Rendsburg Port auf der Südseite des Nord-Ostsee-Kanals wächst. Dem Kreishafen im Norden fehlen dazu die Flächen. Er hält seinen Umsatz, könnte aber von einem Ausbau des südlichen Hafens profitieren. Das geht aus der ersten Studie über „Regionalökonomische Effekte der Rendsburger Häfen“ hervor, die die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Kreises Rendsburg-Eckernförde, die Rendsburg Port Authority GmbH (RPA) als Hafeneigentümerin und die Rendsburg Port GmbH (RP) als Betreiberin in Auftrag gaben. Das Lübecker Beratungsunternehmen „Competence in Ports and Logistics“ (CPL) stellte sie am Dienstag vor.

Auf der südlichen Kanalseite verdoppelte sich der Umschlag von 2014 bis 2016 auf 168  000 Tonnen. Verladen wurden etwa Teile von Windkrafträdern, Transformatoren für Umspannwerke, Dalben für den Nord-Ostsee-Kanal und Unterwasserbohrhämmer. Liefen 2015 noch 191 Schiffe Schleswig-Holsteins einzigen Schwerlasthafen an, waren es ein Jahr später schon 220. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2012 entstanden bei Produktionsbetrieben, Speditionen, Logistikern und Behörden 922 sogenannte direkte Hafenjobs. Ihre Zulieferer und Kunden beschäftigten im vergangenen Jahr 414 Menschen, die indirekt vom Hafen leben. Er ernährt zudem 277 Angestellte von Supermärkten, Bäckern, Friseuren und ähnlichen Betrieben.

Im Kreishafen auf der nördlichen Kanalseite wird zwar dreimal mehr Gewicht umgeschlagen: pro Jahr bis zu 500  000 Tonnen, vor allem Dünge- und Futtermittel, Getreide, Baustoffe, Holz und Mineralöl. Dort arbeiten aber nur 258 Menschen und damit weniger als ein Drittel des Personals auf der Südseite. Dazu kommen 116 indirekte Beschäftigte sowie 77 Angestellte in Geschäften des täglichen Bedarfs.

Beide Häfen ernähren insgesamt mehr als 2000 Menschen, davon leben mehr als 1200 in Rendsburg, 180 in einem Umkreis von 50 Kilometern und fast 670 darüber hinaus. Sie verdienten 2016 durch den Hafenbetrieb auf der Südseite etwa 52 Millionen Euro, auf der Nordseite 14 Millionen Euro. Die vom Rendsburg Port lebenden Arbeitnehmer sorgten für einen Nettoumsatz von 453 Millionen Euro und eine Bruttowertschöpfung von 104 Millionen Euro. Der Betrieb des Kreishafens führte zu einem Nettoumsatz von 126 Millionen Euro und einer Bruttowertschöpfung von 29 Millionen Euro.

„Rendsburg hat noch viel mehr Potenzial“, sagte gestern RP-Geschäftsführer Frank Schnabel. Der Kreishafen kann sich zwar aufgrund von Flächenbeschränkungen nicht vergrößern, erläuterte Kai Lass, Geschäftsführer der WFG, die sowohl als Eigentümerin als auch Betreiberin des Hafens auftritt. Für den Rendsburg Port sieht die Studie dagegen ein großes Wachstumspotenzial. Die Ansiedlung von Betrieben auf der 50 Hektar großen, freien Gewerbefläche „Rendsburg-Port-Süd“ könnte mehr als 2800 Arbeitsplätze schaffen. Der CPL-Geschäftsführer Jobst Schlennstedt hält es für möglich, dass die Flächen bis 2030 bebaut sind. Die Studie rechnet damit, dass dadurch auch der Kreishafen profitiert und dort in zehn Jahren bis zu 20 Prozent mehr Güter als bisher umgeschlagen werden. 40 Arbeitsplätze könnten entstehen.

Etwa zehn bis 15 Hektar des Gewerbegebiets können bereits bebaut werden. Die RPA will die Erschließung bis 2019 fertigstellen. Die RP investiert in den Ausbau 4,2 Millionen Euro, der Abwasserbetrieb der Stadt Rendsburg 1,8 Millionen Euro.

„Die Nachfrage nach Flächen steigt sprunghaft“, berichtete Schnabel. Der Rendsburg Port biete Firmen drei Vorteile: Das Terminal ist auf einer Fläche von zwei Hektar mit 90 Tonnen pro Quadratmeter belastbar. „Das ist in Deutschland einzigartig“, sagte Schnabel. Zudem könnten die beiden Kräne jeweils 250 Tonnen heben und seien auf der gesamten Fläche einsetzbar. Nur wenige Häfen in Deutschland besäßen überhaupt einen Schwerlastkran. Nicht zuletzt sei der Rendsburg Port gut an die Autobahn angebunden, vor allem besser als die Hamburger Schwerlasthäfen. Rendsburg biete gute Voraussetzungen als Standort für die Hersteller von Maschinen, Kränen, Wälzlagern, Motoren und Elektromobiliät. „Weil die Straßeninfrastruktur immer schlechter wird, suchen die Unternehmen nach anderen Wegen“, sagte Lass.

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