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Gefährlicher Kindermagnet : Fotogener Schrott: Zwei verbrannte Wracks als Dauerparker

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Über einen Monat standen zwei ausgebrannte Wagen Mitten in Rendsburg. Nun schreitet das Ordnungsamt zur Tat.

Rendsburg | Rostig glänzt der verbogene Stahl des Autowracks in der Sonne. Zerschmolzene Reifenfetzen hängen von den Felgen. Im ausgebrannten Innenraum setzt Plastikmüll bunte Farbtupfer. Drei Meter daneben ein Motorroller im gleichen, traurigen Zustand. Auf den rußgeschwärzten Resten des Gepäckkastens lässt sich noch, halb verkohlt, der Schriftzug „Hallo Pizza“ entziffern. Um die Fahrzeug-Leichen herum kleben Trümmer am Asphalt.

Seit mehr als einem Monat standen die zerstörten Lieferfahrzeuge und -roller auf der Parkfläche des Pizza-Restaurants in der Königinstraße, Ecke Grafenstraße. Ein knapper Meter trennte sie vom unmittelbar angrenzenden Gehweg. Erst gestern, nach Aufforderung des städtischen Ordnungsamtes, entfernte sie der Restaurantbetreiber. „Die Wracks stellen eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar“, wie Matthias Galow, Leiter des Ordnungsamtes, feststellte. Er erfuhr erst am selben Tag durch Nachfrage der Landeszeitung von dem Fall. „Kinder könnten bei den Wracks spielen und sich verletzen“, so Galow. „Wir sind zwar nur für öffentliche Flächen zuständig. Wenn aber der private Bereich, wie im vorliegenden Fall, nicht unzugänglich abgesperrt ist, sieht es anders aus.“ Die einzige erkennbare Abgrenzung war in der Tat ein gerissenes weiß-rotes Plastikband, das in einer Ecke auf dem Boden lag.

In der Nacht vom 14. auf den 15. Januar hatte ein unbekannter Täter eine neben den Fahrzeugen stehende Mülltonne in Brand gesetzt. Das Feuer hatte schnell übergegriffen. Die Feuerwehr war von 3 bis 5 Uhr mit den Löscharbeiten beschäftigt. Ein weiterer Lieferwagen wurde damals beschädigt. „Fassade und Fenster der Pizzeria sowie einer angrenzenden Sanitärfirma waren schwarz vom Rauch, der auch in die Lagerräume der Firma drang“, erinnert sich der stellvertretende Wehrführer Jens Schnittka an den Einsatz. Die Kriminalpolizei übernahm den Fall.

„Wir haben uns heute sofort mit den ermittelnden Behörden in Verbindung gesetzt“, so Ordnungsamtsleiter Galow gestern. Denn die Freigabe durch die Kriminalpolizei ist vor dem Abtransport der Fahrzeuge erforderlich. Die Polizei informierte das Ordnungsamt auch, dass die Fahrzeuge bereits freigegeben seien. Das Ordnungsamt rief daraufhin den Restaurantbetreiber an. Der wiederum sicherte zu, die Fahrzeuge noch am selben Tag zu entfernen, was gegen 15 Uhr geschah. „Ansonsten“, sagte Galow, „hätten wir einschreiten müssen.“

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erstellt am 26.Feb.2016 | 10:13 Uhr

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