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Landeszeitung

20. August 2017 | 03:03 Uhr

Hohenwestedt : Forstbetriebsgemeinschaft

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

„Christian“ und „Xaver“ haben den Waldbauern der Forstbetriebsgemeinschaft Hohenwestedt und Umgebung rekordverdächtige Einnahmen und Haushaltszahlen beschert.

„Christian“ und „Xaver“ haben den Waldbauern der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Hohenwestedt und Umgebung rekordverdächtige Einnahmen und Haushaltszahlen beschert. Geschäftsführer Uwe Tertin berichtete bei der Mitgliederversammlung im Sport- und Jugendheim von Holzverkauf-Einnahmen in Höhe von 854  226 Euro (2013: 418  916 Euro) und präsentierte eine FBG-Jahresrechnung 2014 mit einem 20  194-Euro-Plus im ordentlichen Haushalt. „Mit solchen Zahlen ist in Zukunft nicht mehr zu rechnen“, meinte Tertin, „wir hoffen auch, dass wir solche Stürme in nächster Zeit nicht noch mal erleben müssen.“

„Das ganze Jahr 2014 war überschattet von Windwurfarbeiten“, stellte Bezirksförster Rolf-Martin Niemöller in seinem Tätigkeitsbericht fest. Ab April habe das Überangebot an von „Christian“ und „Xaver“ umgewehtem Holz zu einem Preisrückgang von etwa 15 Prozent geführt. „Gemessen an dem Niveau der vergangenen zehn Jahre sind die Preise aber immer noch ganz gut“, vermerkte Niemöller. 21  000 Festmeter Holz seien 2014 über die FBG vermarktet worden, bilanzierte der Bezirksförster: „Das ist doppelt so viel wie in den vorausgegangenen Jahren.“

2014 habe man nur vereinzelt Probleme mit dem Borkenkäfer registriert, so Niemöller: „Aber ich vermute, dass das 2015 mehr werden könnte, und darum sollte möglichst schnell alles, was nach den Frühjahrsstürmen an Schadholz am Boden liegt, aus dem Wald geholt werden, um dem Käfer so wenig Angriffspotential wie möglich zu geben.“

Aus dem Vorstand verabschiedet wurden Hans-Uwe Rohwer aus Stafstedt nach 33 Jahren und Karsten Voß aus Heinkenborstel nach 16 Jahren. Als Nachfolger der beiden wurden neu in das FBG-Führungsgremium gewählt: Henning Kühl aus Stafstedt und Hans-Jürgen Thun aus Tappendorf. Wiedergewählt wurden FBG-Chef Claus Ratjen (Aukrug-Homfeld), dessen Stellvertreter Klaus Rohweder-Struve (Silzen) und die Vorstandsmitglieder Klaus Treede-Vierth (Remmels), Dietrich Ebeling (Meezen), Hans-Markus Stieper (Brinjahe), Alexander von Rosenberg (Mehlbek) und Volker Kuppe (Ahrensburg).

Begonnen hatte die FBG-Versammlung mit einem 60-minütigen „Grußwort“ von Hans-Caspar Graf zu Rantzau, in dem der Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Waldbesitzerverbands kein gutes Haar an der Novelle des Landesnaturschutzgesetzes ließ: „Mit Harmonie hat dies Gesetz nichts zu tun, es ist vielmehr durchzogen von Misstrauen und insgesamt eine Unverschämtheit.“ Graf zu Rantzau plädierte für das Prinzip „Schützen durch Nutzen“: „Unser Interesse am Wald und die richtigen Entscheidungen sorgen für Biodiversität und Multifunktionalität.“ Die Wälder hierzulande seien im Vergleich zu Tropenwäldern „relativ artenarm“. „Wenn wir auf die Produktion verzichten, wird der Holzbedarf insgesamt nicht weniger, also geht man woanders mit der Axt in den Wald“, sagte Graf zu Rantzau, „besser wir nutzen den Wald, und die anderen schützen ihn – aber es ist schwierig, den Menschen das klarzumachen.“

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