zur Navigation springen

Aukrug : Forelle und Flunder fühlen sich wieder wohl

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Glasbek renaturiert: Viele Fischarten haben das Gewässer angenommen.

Dass sich in der 2012 renaturierten Glasbek schon jetzt Fischarten angesiedelt haben, die bislang in Aukrug als ausgestorben galten, darauf ist man beim Wasser- und Bodenverband (WBV) Bünzau besonders stolz. Mit der gerade eingetroffenen Abrechnung der wasserbaulichen Maßnahmen ist die Glasbek-Renaturierung nun auch offiziell abgeschlossen: 455  000 Euro aus EU- und Landesmitteln hat der WBV Bünzau eingesetzt, um die bis 2012 fast durchgängig verrohrte Glasbek wieder in ein so natürlich wie möglich durch die Wiesen mäandrierendes Bächlein zu verwandeln. „Wir entwickeln die Ideen und formulieren die Ziele und müssen gleichzeitig nachweisen, dass die Maßnahmen notwendig sind, um den angestrebten guten ökologischen Zustand zu erreichen“, erläutert WBV-Geschäftsführer Günter Maaß. Wird das Konzept wie im Falle der Glasbek gebilligt, kann der WBV beim Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz eine 100-prozentige Förderung durch EU und Land beantragen. „Sonst wären solche Maßnahmen für uns ja auch gar nicht möglich“, vermerkt WBV-Chef Gerd Looft-Böttiger.

Gleiches gilt für die drei Sandfangtaschen und die neue Sohlgleite der Bünzau, die im vergangenen Jahr für insgesamt 400  000 Euro entstanden. Alles Maßnahmen, die dazu dienen, die Durchgängigkeit des Gewässers von der Mündung bis zur Quelle für Fische und andere Lebewesen wiederherzustellen. „Alle Wanderfische kommen hier längs: Flundern, Eschen, Lachse, Forellen, Hechte“, zählt Hartwig Hahn, Referent für Gewässer beim Landessportfischerverband, auf und lobt die neue Sohlgleite: „Das Gefälle der Absturzkante, die hier früher war, wurde auf 200 Meter Au verteilt.“ Die neuen Sandfangtaschen sollen dafür sorgen, dass das kiesige Bachbett, das die Fische zum Laichen brauchen, nicht versandet. „Die Großsalmoniden schlagen im Schotter ihre Laichgruben auf und errichten ein Kieslückensystem, das dann auch von den Neunaugen zur Eiablage genutzt wird“, erklärt Hahn. „Wenn das kiesige Substrat übersandet, können die Fische ihr Laichgeschäft nicht verrichten“, ergänzt Looft-Böttiger und zieht eine positive Bilanz der jüngsten Umgestaltungsmaßnahmen: „Man sieht, dass diese Sandfangtaschen gut funktionieren.“

Besonders stolz ist der Verbandsvorsteher auf die Entwicklung der Glasbek: „Wenn man jetzt schon als Ergebnis feststellen kann, dass sich da Arten angesiedelt haben, die in Aukrug als ausgestorben galten, dann kann man sagen: Das war eine gute Sache, das hat sich gelohnt!“ Zusammen mit dem Fischerei-Biologen des Landessportfischerverbandes, Martin Purps, hat Hartwig Hahn vor knapp einem Monat beim Testfischen in der Glasbek nicht nur über 70 Forellen, sondern auch Elritzen, Häslinge und Neunaugen-Querder registriert. „Forellen sind hier gar keine ausgesetzt worden“, vermerkt Hahn, „die haben sich hier also vermehrt, ohne dass wir irgendwas für sie getan hätten.“ Erfolge, auf denen man sich beim WBV Bünzau nicht ausruhen will.

2016 soll eine Sohlanhebung der Bünzau zwischen den Zuflüssen der Bredenbek und Wischbek für eine Vernässung des Autals sorgen. „Nördlich der B  430 wollen wir insgesamt noch 40 Einzelmaßnahmen Stück für Stück abarbeiten“, kündigt Maaß an. Einen zusätzlichen Schub für seine Arbeit erhofft sich der WBV aus der „Allianz für Gewässerschutz“, im Rahmen derer der Randstreifenschutz an sogenannten „Vorranggewässern“ in Schleswig-Holstein verbessert werden soll. „Da haben wir uns schon mit 100 Landeigentümern unterhalten“, erzählt Maaß, „mit dem Verkaufen der Flächen tun sich viele schwer, aber wir können den Landwirten nun auch eine Entschädigung anbieten, wenn sie einen zehn Meter breiten Streifen an der Au aus der Nutzung nehmen.“

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen