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Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises : Förderer wollen für die Firmen „sexy“ werden

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Eine Betriebsbefragung deckte zu den geringen Bekanntheitsgrad der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises auf. Nun soll Abhilfe geschaffen werden.

Seit über 20 Jahren gibt es die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Kreises Rendsburg-Eckernförde schon, doch für viele Unternehmen scheint sie kaum ein Begriff zu sein. 29 Prozent kennen sie gar nicht. Das ist eine Erkenntnis aus der Unternehmensbefragung, die die WFG selbst in Auftrag gegeben hat. Die Ergebnisse stellte Geschäftsführer Pascal Ledune gestern vor. Zudem gaben 69 Prozent der Betriebe an, sich am Wirtschaftsstandort Kreis Rendsburg-Eckernförde wohl zu fühlen, obgleich diesem eine gewisse Profilschärfe fehle. Ledunes Fazit: „Wir als WFG müssen für die Unternehmen sexy werden und sehen, wie wir eine Charme-Offensive hinbekommen.“ Zudem wünscht er sich die Entwicklung eine Gesamtstrategie für den Kreis, um diesen als Wirtschaftsstandort besser zu vermarkten. Keine leichte Aufgabe, wie Ledune, der seit März 2013 die WFG leitet, erklärte: „Der Kreis als Standort ist in sich sehr heterogen.“

Von Januar bis März dieses Jahres waren alle Unternehmen im Kreis mit mehr als vier Mitarbeitern – insgesamt 1370 – für die Befragung angeschrieben worden. 214 von ihnen antworteten anonymisiert – eine Rückläuferquote von 15,6 Prozent. „Damit kann man gut arbeiten“, sagte Ledune. Den Unternehmen waren verschiedene Fragen zur Zufriedenheit mit dem Standort, zu den lokalen Standortbedingungen des jeweiligen Betriebes, zur Fachkräftesituation sowie zur Zufriedenheit mit der WFG gestellt worden.

Zwar gab die Mehrheit der Unternehmen an, sich an ihrem Standort im Kreis „äußerst wohl“ (14 Prozent) oder „wohl“ (55 Prozent) zu fühlen. Neun Prozent hingegen fühlen sich „nicht wohl“. „Um diese neun Prozent müssen wir uns verstärkt kümmern“, sagte Ledune, der zwar die Ansiedlung neuer Unternehmen als „Königsklasse der Wirtschaftsförderung“, die Bestandspflege aber als wichtigeres Tagesgeschäft bezeichnete. Als Stärken des Kreises als Wirtschaftsstandort empfinden 23 Prozent der Unternehmen die Wasseranbindung, 27 Prozent die zentrale Lage und gar 35 Prozent die Verkehrsanbindung. Das jedoch sage nichts darüber aus, wie der Zustand der Infrastruktur bewertet werde, betonte Ledune. Gleich 37 Prozent nannten deren Vernachlässigung als Standortschwäche. Die DSL-Verfügbarkeit sehen über 80 Prozent als „äußerst wichtig“ oder „sehr wichtig“ an. Schmerzlich: Mit diesem Standortfaktor sind nur gut 50 Prozent der Unternehmen zufrieden.

In Sachen Gewerbeflächen besteht in Zukunft Handlungsbedarf. Der Status quo halte zwar genug Flächen bereit, „aber in zehn, fünfzehn Jahren brauchen wir welche“, so Ledune. Von daher sei es positiv, was aktuell interkommunal in Borgstedt und bei Melsdorf passiere. Laut der Befragung planen 34 Prozent der Unternehmen in den nächsten fünf Jahren eine flächenmäßige Erweiterung, 42 Prozent fehlen dafür am jetzigen Standort die Möglichkeiten. Ledune hofft, dass sich Unternehmen bei der WFG melden, wenn sie bei der Erweiterung Probleme erkennen. Denn die Gefahr bestehe, dass Unternehmen bei einer Standortverlagerung weggehen. „Sprecht uns an. Wir wissen, wo es Flächen und Expansionsmöglichkeiten gibt.“

Die WFG hat 26 Mitarbeiter, nur vier davon gehen direkt in die Unternehmen. Ledune möchte deshalb „verstärkt in die Breite gehen“. Schon jetzt besuche er Gemeindevertretungen. „Die Bürgermeister sind die ersten Wirtschaftsförderer vor Ort.“

Die Befragung durch die Firma ExperConsult hat inklusive strategischer Begleitung 20 000 Euro gekostet. Mit den Resultaten sollen die Stärken des Standortes herausgearbeitet sowie gegenüber den Unternehmen des eigene Aufgabenprofil besser vermarktet werden. Eine Strategie soll im Sommer 2015 stehen.

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erstellt am 17.Sep.2014 | 06:00 Uhr

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