Flusslandschaft entdeckt die Hunde

'Ich will auch mit meiner Familie Urlaub machen und nicht in einer Tierpension auf sie warten müssen.' Foto: Meißner
"Ich will auch mit meiner Familie Urlaub machen und nicht in einer Tierpension auf sie warten müssen." Foto: Meißner

Gemeinsame Umfrage zu Angeboten für Besitzer läuft gemeinsam mit der Tourismusorganisation Grünes Binnenland

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07. Dezember 2012, 07:56 Uhr

Erfde | Es gibt Broschüren für Reiter ferien und für den Urlaub mit dem eigenen Pferd. Millionen Euro wurden investiert, um Wälder für den Reitsport zu erschließen, Reitwege zu bauen und möglichst fernab der stark befahrenen Straßen Verbindungswege für die Reiter zu schaffen. Die Pferdefreunde stehen im Visier der Touristiker.

Davon können die Besitzer von Hunden nur träumen. Zwar zahlen diese in jeder Gemeinde einen Obolus für die Haltung ihres Tieres in die öffentlichen Kassen, ganz anders als die Pferdefreunde, aber eine Gegenleistung wird dafür nicht geboten. Reitern im Bereich der Eider-Treene-Sorge wird bereits eine ganze Reihe von Extra-Wegen, Unterkünften und Versorgungsbetrieben genannt. Noch nicht ganz so verbreitet ist der Werbeslogan "Ferien mit Hund", denn wer mit seinem Bello in den Urlaub fahren will, muss vielfach selbst nach einer hundefreundlichen Unterkunft suchen, oder aber den Vierbeiner in einer Tierpension unterbringen. Das soll nun anders werden.

Verkehrte Welt, denn die aktuelle Statistik des IVH (Industrie Heimtierverband) sagt, dass in 13,2 Prozent aller deutschen Haushalte Hunde leben. Insgesamt wedeln sich 2012 rund 5,3 Millionen Familienwölfe durch die Wohnzimmer, fordern Krauleinheiten und tägliches Gassigehen und bringen ihre Menschen auf Trab. Demgegenüber gehörten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN - Fédération Nationale), Dachverband für klassische Dressur- und Springreiterei sowie für Voltigieren, Vielseitigkeit und Fahren, im Jahr 2009 nach dessen Angaben 7663 Reit- und Fahrvereine und 748 839 Mitglieder an. Die FN betreut somit nicht nur den Turniersport, sondern auch den Breitensport mit Pferden. Laut dem Internet-Lexikon Wikipedia dürfte es in Deutschland etwa 1,6 Millionen Reiter geben, viele von ihnen sind nicht organisiert.

Dass Hundehalter auch gute Kunden sind, haben nun die Gebietsgemeinschaft Grünes Binnenland und die Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge erkannt. Sie sind auf den Hund gekommen, besser, sie erheben jetzt Daten, um bald schon ganz gezielt die Anfragen von Hundebesitzern beantworten zu können. Bis heute sollen die von beiden Organisationen versandten Fragebögen zur Auswertung an Sabine Müller von der Eider-Treene-Sorge GmbH zurückgeschickt werden.

Marianne Budach, Vorsitzende des Arbeitskreises Tourismus und Flusslandschaft, schreibt dazu in einem Rundschreiben: "Die schönste Zeit des Jahres möchten viele Reisende gern gemeinsam mit ihrem Hund aktiv in der Natur verbringen. Die Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge eignet sich hierfür ganz besonders gut."

Damit der Gast die bereits vorhandene hundefreundliche Angebote leichter bei seiner Suche nach einer Unterkunft finden kann, sollen die gesammelten Daten aufgearbeitet werden. Ziel sei es, die Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge als hundefreundliche Urlaubsregion bekannter zu machen. Bislang allerdings, so Hanna Fenske von der Eider-Treene-Sorge GmbH, sei ihres Wissens nach nicht an die Herausgabe einer eigenständigen Hundebroschüre gedacht worden. Die Ergebnisse der Erhebung sollen in die allgemeinen Prospekte einfließen.

Budach, auch Geschäftsführerin von der Tourismusorganisation Grünes Binnenland, sagt, dass die Resultate auf der Internetseite veröffentlicht werden, da es für die aktuellen Prospekte des Jahres 2013 bereits zu spät sei. "Viele Vermieter lehnen Gäste mit Hunden ab, daher wollten wir uns einen Überblick über das Angebot für Hundebesitzer verschaffen. Dazu gehören auch Freilaufplätze und Serviceeinrichtungen", sagt sie. In der Vergangenheit sei von den Tourismus organisationen bereits viel für Radfahrer, Wanderer und Kanuten gemacht worden, "und wir wollen schließlich möglichst alle an unserer Region Interessierten bedienen".

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