Flug in die Freiheit

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Mitglieder des Hegerings Langwedel wilderten 800 Fasanenhennen aus. Dadurch soll der Bestand der Hühnervögel stabilisiert werden. Das Projekt ist landesweit einmalig.

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18. Mai 2018, 15:51 Uhr

Zaghaft verließen die Fasanenhennen ihr Gehege, um gleich darauf mit einigen kräftigen Flügelschlägen auf den Flug in die Freiheit durchzustarten. Sie waren die letzten von insgesamt 800 Hennen, die im Rahmen eines dreijährigen Projektes zur Bestandsstabilisierung der Fasane von den Mitgliedern des Hegerings Langwedel ausgesetzt wurden. Ein Projekt, das in dieser Größenordnung in Schleswig-Holstein einmalig ist und entsprechend von der Unteren Jagdbehörde des Kreises Rendsburg-Eckernförde sowie vom Landesverband der Berufsjäger genauestens mitverfolgt wird.

„Wir haben vorher bereits versucht, durch eine verstärkte Prädatoren-Jagd auf die Fressfeinde wie Fuchs, Dachs, Marder und Marderhund sowie das Anpflanzen von Blühstreifen und Obstbäumen den Besatz zu stabilisieren“, erklärt der Langwedeler Hegeringleiter Karsten Schwartz. Doch das alleine reichte nicht aus, und so beschlossen die Mitglieder des gut 6700 Hektar großen Hegerings 2016, ein Auswilderungsprogramm zu starten. „Um aber überhaupt eine Genehmigung des Kreises dafür zu bekommen, mussten wir einige Auflagen erfüllen“, fügt der Hegeringleiter an.

Wichtig ist dabei, dass die Tiere eine gewisse „Wildständigkeit“ besitzen sollen. „So müssen sie zum Beispiel bei Gefahr instinktiv anducken und außerhalb der Brutzeit auf Bäumen schlafen“, verrät der Projektleiter des Hegerings Olaf Malmström. Selbstverständlich dürfen sie auch nicht an den Menschen gewöhnt sein. „Nicht, dass sie gleich zum nächsten Hof fliegen und sich zusammen mit den Hühnern füttern lassen“, scherzt der Projektleiter. Dass während der letzten Jahre komplett darauf verzichtet wurde, sowohl Fasanenhennen als auch Hähne zu bejagen, erklärt sich dabei von selbst.

Mit der Freilassung der letzten Fasanenhennen ist das Projekt aber noch nicht beendet. Obwohl in einigen Revieren der Besatz offensichtlich um bis zu 30 Prozent gestiegen ist, gibt es erst am Ende der nächsten Jagdsaison Mitte Januar mit dem Streckenbericht einen aussagekräftigen Beweis. „Wir werden in diesem Jahr also wieder erstmalig Fasanen bejagen, aber, wie auch vor dem Start unseres Programms, nur die Hähne“, betont Malmström. Erst anhand des Berichtes, der auch der unteren Jagdbehörde vorgelegt werden muss, wird sich zeigen, ob das gut 15 000 Euro teure Projekt erfolgreich war.

Von der Steigerung des Fasanenbesatzes konnte sich Peter Hartmann vom Bargfelder Revier des Langwedeler Hegerings bereits mit eigenen Augen überzeugen. Da er in insektenarmen Zeiten zwei Futterstellen für Fasane in seinem Revier bereitstellt, konnte er die Tiere schon öfter beobachten. Was er aber Ende März sah, hatte er in seiner 25-jährigen Zeit als Jäger noch nie zu Gesicht bekommen: „Da war gerade ein Hahn am Balzen und aus dem Gebüsch kamen gleich sieben oder acht Hennen – das war unglaublich.“ „So etwas ist schon eine schöne Genugtuung für unseren Enthusiasmus und die ganze Arbeit, die wir gemeinsam in das Projekt gesteckt haben. Da zeigt sich doch wieder, dass man mit Ausdauer und Beharrlichkeit auch etwas erreichen kann“, stellt der 49-Jährige zufrieden fest.

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