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Büdelsdorf : Flüchtlinge sollen Mitbürger werden

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Jahresempfang des SPD-Kreisverbandes Rendsburg-Eckernförde. Zu Gast waren Innenminister Stefan Studt und Landesvorsitzender Ralf Stegner.

„Aus Flüchtlingen sollen Mitbürger werden“, forderte Innenminister Stefan Studt beim Jahresempfang des SPD-Kreisverbandes Rendsburg-Eckernförde. Vor 200 Gästen im Regionalen Bürgerzentrum Büdelsdorf sagte Studt, es sei ein Gebot der Mitmenschlichkeit, aber auch der Vernunft. Schleswig-Holstein brauche Zuwanderer, um den Lebensstandard im Land zu erhalten.

Die zunehmende Zahl von Flüchtlingen sei eine politische und gesellschaftliche Herausforderung, stellte Studt fest. Von 2013 auf 2014 sei diese um 100 Prozent auf 7600 gestiegen. Im Januar 2015 seien bereits 1000 Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein gekommen, so dass im Lauf des Jahres mit „10000 plus X“ gerechnet werde. „Diese Zahlen stellen uns vor eine Herausforderung“, sagte Studt. Das Land trage 70 Prozent der kommunalen Kosten für die Aufnahme von Flüchtlingen freiwillig. Der Bund aber „halte sich bedeckt“. Diese Haltung sei „unerhört“, kritisierte ein Zuhörer die Situation in einem Zwischenruf.

Sich um die Aufnahme und die Integration von Flüchtlingen zu kümmern, sei eine nationale, nicht nur eine kommunale Aufgabe, betonte Studt. „Die 15 Millionen Euro, die Schleswig-Holstein dafür vom Bund bekommt, sind nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Der Bund müsse Verantwortung übernehmen für die Bereiche Gesundheit, Sprachvermittlung und die Betreuung von unbegleiteten Minderjährigen. Hier sei eine „deutliche Ansage“ der Kanzlerin gefordert.

Die Empathie in der Bevölkerung sei ein großer Pluspunkt in der Bewältigung der Flüchtlingssituation, betonte Studt. „Es ist großartig, was vor Ort auf den Weg gebracht wurde.“ Eine Willkommenskultur könne nur durch eine aktive Bürgergesellschaft erreicht werden.

Unter den 200 Gästen waren auch Michael Hußmann und Haluk Dogan, die sich in Bordesholm ehrenamtlich engagieren. Sie gehören zu einer Gruppe von 20 Helfern, die sich „unter dem Dach der Kirche“ um bis zu 65 Flüchtlinge kümmern.

Auch der Kreisvorsitzende Sönke Rix sprach seinen „Dank an die Zivilgesellschaft“ aus. In Initiativen vor Ort wie in Felde, Altenholz, Gettorf und weiteren Kommunen werde Solidarität organisiert. Der Landesregierung bescheinigte Rix eine beispielhafte vorbildliche Integrationspolitik.

Eine klare Position bezog Rix gegenüber den Aussagen des SPD-Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel, deutschnationales Denken und die Pedida gehörten zu Deutschland. „Widerspruch“, machte der Kreisvorsitzende unter großem Beifall deutlich. „Dass wir Pegida haben, ist eine Schande für unser Land.“

 

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