zur Navigation springen

Flüchtlinge schließen Rosana Trautrims ins Herz

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nimmermüder Einsatz für Migranten: Büdelsdorferin ist LZ-Kandidatin für Auszeichnung „Mensch des Jahres“

von
erstellt am 04.Dez.2016 | 16:39 Uhr

„Sie hat mir ein neues Leben geschenkt“, sagt Nazar Mohammad Onywal (23) aus Afghanistan über die Büdelsdorferin Rosana Trautrims. Mit ihrem unermüdlichen Einsatz hat die 44-Jährige dem Flüchtling einen Paten vermittelt, ihm einen Platz im Deutschkursus verschafft, ein Praktikum beim Landestheater vermittelt, ihm bei der Wohnungssuche geholfen, ihn in zahlreiche Projekte eingebunden und ihm so wieder neues Selbstbewusstsein und die Lust aufs Leben gegeben. Für die Mitarbeiterin beim Verein für Umwelt, Technik und Soziales (UTS) ist die Unterstützung von Flüchtlingen und Migranten mehr als nur ein Job. „Es ist eher Berufung als Beruf“, sagt sie.

Seit neun Jahren arbeitet die 44-Jährige beim UTS in Rendsburg. Sie unterstützt die Neuankömmlinge mit großem Einsatz bei der Jobsuche, hilft bei Behördengängen und ruft Integrationsprojekte ins Leben. Ihr Engagement für die neuen Mitbürger geht weit über den Feierabend hinaus. Am Wochenende steht sie mit ihnen gemeinsam auf der Theaterbühne, lässt sie ihre Geschichten erzählen, organisiert Ausflüge, lädt zum gemeinsamen Kochen ein und hält auch mal die Hand am Krankenbett.

„Ich liebe das, was ich hier mache, so sehr. Es ist für mich ein Geschenk, für andere Menschen da zu sein. Das ist mein Leben und ich möchte mit niemanden auf der Welt tauschen.“ Vor elf Jahren ist die gebürtige Brasilianerin selbst als Fremde nach Deutschland gekommen. Sie weiß also genau, wie es sich anfühlt, weit weg von Zuhause zu sein und in einer unbekannten Umgebung neu anzufangen. „Ich wurde hier in Rendsburg sehr liebevoll aufgenommen. Die Leute waren großartig zu mir. Das möchte ich jetzt weitergeben“, so die studierte Psychotherapeutin aus São Paulo.

Und genau das macht Trautrims – Tag für Tag, rund um die Uhr. Für sie gibt es keinen Feierabend. „Der Tag hat viel zu wenig Stunden. Ich habe so viele Ideen, die ich noch umsetzen möchte.“ In ihrem Haus in Büdelsdorf, wo sie gemeinsam mit ihrem Ehemann lebt, ist sie nur selten. Sie hat sich voll und ganz der Unterstützung von Flüchtlingen verschrieben. Im Vordergrund steht dabei immer der Austausch verschiedener Kulturen. So hat sie zum Beispiel die Theatergruppe „Szol Ha“ ins Leben gerufen. Flüchtlinge sollen die Möglichkeit bekommen, ihre schrecklichen Erfahrungen mit Flucht und Krieg zu verarbeiten und mit Zuschauern teilen zu können, erzählt sie. Bereits zwei Stücke hat die Gruppe auf die Bühne gebracht. Auch durch „Asadi“ – ein Magazin von und über Flüchtlinge in der Region – will sie ihnen eine Stimme geben. Die Liste der Projekte ist lang und wird immer länger.

Das Leben des afghanischen Flüchtlings Shafi Wassal hat Trautrims ebenfalls verändert. „Ich habe viel Schreckliches in meiner Heimat erlebt. Durch sie habe ich erst wieder einen positiven Blick aufs Leben bekommen. Das ist unendlich viel wert“, sagt der 30-Jährige, der inzwischen seinen Bundesfreiwilligendienst bei der Stadt absolviert.

„Wir sind alle gleich. Deshalb ist es mir so wichtig, dass die Flüchtlinge alle die gleichen Chancen haben, wie wir anderen. Sie sollen ohne Angst leben können, in Sicherheit sein. Sie sollen die Möglichkeit bekommen, sich hier eine Zukunft aufzubauen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen