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Containerdorf in Rendsburg : Flüchtlinge in Gefahr: Gastank gefährdet Erstaufnahme

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Containerdorf in Rendsburg wird umgesiedelt. Ein Grund ist ein oberirdisches Propangas-Lager, das sich nur 100 Meter neben dem Flüchtlingscamp befindet.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2015 | 19:46 Uhr

Rendsburg | Das Land sucht nach einem neuen Standort für das Flüchtlingscamp an der Büsumer Straße. Nach Informationen der Landeszeitung (LZ) sollen die Wohncontainer noch vor dem Wintereinbruch an die Friedrichstädter Straße umziehen. Gleichzeitig wird die Kapazität der Erstaufnahmeeinrichtung auf mehr als 1000 Asylsuchende erhöht. Neuer Standort ist eine 5,7 Hektar große Fläche zwischen der einstigen Feldwebel-Schmid-Kaserne (heute Oktogon-Gewerbepark) sowie den Geschäften und Betrieben an der Friedrichstädter Straße. Das ehemalige Kleingartengelände wird seit Jahren nicht genutzt. Es bietet mehr Platz als das Gelände im Norden der Stadt.

Das Innenministerium prüfe in Zusammenarbeit mit der Stadt Rendsburg noch baurechtliche Fragen, sagte ein Sprecher der Landespolizei. Eine Entscheidung für den Umzug sei noch nicht gefallen. Zu den Gründen für den Standortwechsel äußerte er sich nicht.

Nach LZ-Informationen spielen auch Sicherheitsaspekte eine Rolle. Etwa 100 Meter neben dem jetzigen Containerdorf befindet sich ein oberirdisches Propangas-Lager. Es gehört einer Firma mit Sitz in Rendsburg. „Rauchen, Feuer u. offenes Licht polizeilich verboten! Für Unbefugte kein Zutritt!“, steht auf einem gelben Warnschild am Stacheldrahtzaun, der das Gelände umgibt.

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Experten einer Versicherung haben den Tank untersucht und ihn als potenzielle Gefahr für die Erstaufnahmeeinrichtung eingestuft – zum Beispiel bei einem Anschlag oder Flugzeugunglück. Ein Sprecher des Innenministeriums in Kiel hatte den Standort bei der Eröffnung des Containerdorfs im Sommer als sicher bezeichnet. Auf die Frage, ob der nur mit Gras ummantelte Propangas-Tank ein Risiko darstelle, hieß es von offizieller Seite stets „Nein“. Als das Thema Anfang September im öffentlichen Teil des Rendsburger Sozialausschusses zur Sprache kam, wurde die Landeszeitung hinterher gebeten, nicht über diesen Aspekt zu berichten. Man wolle keine schlafenden Hunde wecken, hieß es sinngemäß. Diesem Wunsch kam die LZ-Redaktion nach.

Experten einer Versicherung haben den Propangastank untersucht und ihn als potenzielle Gefahr für die Erstaufnahmeeinrichtung eingestuft.

Experten einer Versicherung haben den Propangastank untersucht und ihn als potenzielle Gefahr für die Erstaufnahmeeinrichtung eingestuft.

Foto: Höfer
 

Nicht zuletzt nach den jüngsten Brandanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte – zuletzt in Flensburg – schätzt man im Studt-Ressort die Lage offenbar anders ein. Mit dem Wechsel auf ein größeres Gelände knapp zwei Kilometer dichter am Stadtzentrum geht man nicht nur auf Nummer sicher, man löst auch das immer drängender werdende Platzproblem. Am östlichen Rand des Gewerbegebiets Friedrichstädter Straße stehen 1,6 Hektar mehr als an der Büsumer Straße zur Verfügung. Außerdem sind die Einkaufsmöglichkeiten deutlich besser. Bis in den Eiderpark sind es für die Flüchtlinge nur wenige hundert Meter.

Wo gibt es weitere Erstaufnahmen in SH? shz.de mit einer Übersicht.

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