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Landeszeitung

19. August 2017 | 00:25 Uhr

Fliegende Ziegel, stürzende Bäume

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Sturmtief „Christian“ hinterlässt eine Schneise der Zerstörung / Verkehrs-Chaos rund um den Kanaltunnel

Dachziegel flogen durch die Luft, hunderte von Bäumen stürzten auf Autos, Häuser und Straßen. Es bestand Lebensgefahr. Sturmtief „Christian“ hatte gestern das ganze Land im Griff. Auch im Kreis Rendsburg-Eckernförde hinterließ der Orkan eine Schneise der Verwüstung. Überall entwurzelte oder gebrochene Bäume, auf der Büdelsdorfer Hollerstraße landete das Dach einer Gartenlaube, an der Marienkirche riss der Wind Ziegel vom Dach. Feuerwehren, Polizei und Technisches Hilfswerk waren im Dauereinsatz. Ob und wie viele Verletzte es gab – darüber konnte gestern Abend noch niemand verlässliche Angaben machen. Die Gemeindevertretung in Osterrönfeld wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt, weil die Abfahrt zu gefährliche gewesen wäre, ein Oktober-Zeltfes tin Schacht.-Audorf musste in die Halle verlegt werden, weil der Sturm das große Zelt inklusive Holzboden zum Tanzen gebracht hatte.

Welche Zerstörungskraft der Sturm hatte, zeigte sich am Loher Weg in Fockbek, wo umgestürzte Tannen auf einer Strecke von mehr als 100 Metern dicht an dicht lagen: als wäre ein ganzer Wald entwurzelt worden. „Das ist ’ne Menge Feuerholz“, kommentierte einer der Feuerwehrmänner. Trotz des Einsatzes von schwerem Gerät dauerte es Stunden, bis die Strecke wieder frei war.

Im Kreisgebiet waren nach Auskunft von Feuerwehr-Pressesprecher Jürgen Beyer 60 Freiwillige Feuerwehren bis spät in den Abend im Einsatz – und das, obwohl die Leitstelle zeitweise nicht zu erreichen war. Grund: Ein Sendemast in Holzbunge war defekt.

Die Einsatzkräfte mussten sich häufig darauf beschränken, Straßen einfach mit Flatterband abzusperren. Es blieb einfach nicht genügend Zeit, um die umgestürzten Bäume zu zerlegen und von der Fahrbahn zu räumen. Dafür gab es einfach zu viele Einsätze. „Der jeweilige Einsatzleiter entscheidet selbst darüber, was zu tun ist“, erläuterte Beyer, „bei der Abwägung steht immer die Sicherheit von Leib und Leben im Vordergrund.“

Die Totalsperrung der Rader Brücke und zahlreiche umgestürzte Bäume rund um den Kanaltunnel sorgten im Zusammenspiel mit einigen Auffahrunfällen im abendlichen Berufsverkehr wieder einmal für einen Verkehrskollaps in Rendsburg und Büdelsdorf – zumal auch noch die Schwebefähre als Alternative ausfiel. Sie wurde aus Sicherheitsgründen zeitweise stillgelegt.

Welche Schäden Sturmtief wirklich angerichtet hat, wird sich voraussichtlich erst heute im Laufe des Tages zeigen.

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erstellt am 29.Okt.2013 | 00:34 Uhr

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