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Handball-SH-Liga : Fitness-Fan Paul freut sich über irre Aufholjagd

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg gewinnt nach 12:22-Rückstand noch mit 35:31.

Hinstellen! Hände auf den Boden! Liegestützposition! Brust auf den Boden! Hochdrücken! Anhocken! Aufspringen! Kurzname dieser Übung: Burpee. Ursprung: Trainingsprogramme wie „Crossfit“ oder „Freeletics“. Beliebtheitsgrad bei Trainern: hoch. Beliebtheitsgrad bei Spielern: geht so. Burpees sind anstrengend, Burpees fördern die Kraftausdauer. Und wofür? Um zum Beispiel beim Handball irgendwann die Oberhand zu gewinnen, wenn dem Gegner die Luft ausgeht. Volker Paul lässt seine Spieler im Training rackern und darf sich spätestens seit der irren Aufholjagd der HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg am Sonnabend bestätigt fühlen. Im Spiel der SH-Liga gegen den TSV Kronshagen lag das Paul-Team zur Pause mit neun Toren (11:20) hinten, doch nach 60 Minuten hieß es 35:31 für die HSG, die damit ärgster Verfolger von Tabellenführer TuS Lübeck (37:33 bei Nord-NF) bleibt. „Die ganzen Burpees haben sich gelohnt, unsere Kraft hielt und die des Gegners ließ immer mehr nach“, freute sich Fitness-Fan Paul nach Spielschluss.

„Aphrodite“ heißt (wie gemein!) das Freeletics-Programm, bei dem Paul seine Mannschaft am liebsten schwitzen lässt. „Es ist einfach eine tolle Ergänzung zum handballerischen Training“, findet Paul. Dass sie in den letzten Monaten auch mal einen Handball angefasst haben, bewiesen seine Jungs zwar nur in der zweiten Halbzeit, aber dann richtig. Zunächst gab es nur lange Gesichter bei den Gastgebern. Kronshagens Schlussmann war nicht zu überwinden und gepaart mit mangelhafter Abwehrarbeit der HSG-Akteure führte der TSV zur Pause mit 20:11 und kurz nach Wiederanpfiff sogar mit 22:12. „Bei uns klappte, egal in welcher Formation, nichts. Keiner hätte noch etwas auf uns gewettet. Wir schon“, sagte Paul.

Ein A-Jugendlicher war nötig, um der Abwehr Stabilität zu verleihen, ein Torwart, um den nötigen Rückhalt zu geben, eine entschlossene und disziplinierte Angriffsreihe, um aufzuholen. Christopher Sawitzki agierte stark im Innenblock, Andreas Tietjens hielt immer besser und vorn wusste besonders Malte Pieper (zehn Tore) den gegnerischen Keeper zu überwinden. So purzelten die Tore und den ungläubigen Kronshagenern fiel nichts mehr ein. Sieben Minuten vor dem Abpfiff hatten die Gastgeber beim 28:27 erstmals die Führung übernommen und bauten sie bis zum Abpfiff auf 35:31 aus. „Das war ein Wechselbad der Gefühle. Der Ratlosigkeit und Wut über die schwache Vorstellung in den ersten 35 Minuten folgten Staunen und pure Freude über die starken letzten 25 Minuten“, resümierte ein erleichterter Paul.

HSG Schülp/Westerrönfeld/RD: Martensen, Tietjens – Seehase (1), Pieper (10), Ranft (4), Woldt (7), Petriesas (8), Hannemann (1), Sievers (1), Hartwig, Sawitzki (3), Hornig, Bünger.

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