zur Navigation springen
Landeszeitung

23. August 2017 | 14:25 Uhr

Masterplan : Fit für die Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Zukunftsstrategie ist abgeschlossen. Seit kurzem liegt der 90-seitige Masterplan für das Amt Hüttener Berge vor. Er enthält die erwarteten Entwicklungen der Bevölkerung jeder Gemeinde.

Von „titanischen Herausforderungen“ spricht Minister Robert Habeck, wenn es um die Zukunft des ländlichen Raumes geht. 420 Millionen Euro von der Europäischen Union stehen Schleswig-Holstein in der neuen Förderperiode von 2015 bis 2021 zur Verfügung. Die 21 Aktiv Regionen sieht Habeck als die Hauptakteure bei der Förderung des ländlichen Raumes. Jede Region erhält drei Millionen Euro. Daher appelliert Habeck an die Aktiv Regionen, eine Strategie zu entwickeln, um die Gelder für Projekte sinnvoll einzusetzen.

Mit dem Breitbandzweckverband und der Gründung der Anstalt öffentlichen Rechts für die Kinderbetreuung hat das Amt Hüttener Berge bereits vorausschauend gehandelt. Der Masterplan ist ein weiter wichtiger Baustein. Seit kurzem liegt der fast 90-seitige Plan samt Anhang für die 16 Gemeinden vor. Er enthält die erwarteten Entwicklungen der Bevölkerung jeder Gemeinde sowie die einzelnen Handlungsfelder, auf denen die Gemeinden aktiv werden wollen und vor welchen Herausforderungen sie stehen. Mit diesem Plan, den das Amt für rund 60 000 Euro in Auftrag gegeben hat, sollen die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Innerhalb der Aktiv Region Hügelland am Ostseestrand sieht sich das Amt gut aufgestellt. Dennoch, so betont Amtsdirektor Andreas Betz, fange die Arbeit jetzt erst an. Aber wenn innerhalb der Aktiv Region Förderprojekte gesucht werden, hat das Amt Hüttener Berge schon das Konzept in der Tasche.

„Alle 178 Gemeindevertreter haben ein Exemplar des Masterplans erhalten“, sagt Betz. Vorausgegangen waren dem Masterplan, oder der Zukunftsstrategie, wie Betz die umfangreiche Ausarbeitung lieber nennt, 25 Workshops auf Gemeinde- und Amtsebene. In jeder Gemeinde fand eine Veranstaltung, moderiert vom Institut für Raum und Energie, statt. Zusätzlich gab es übergemeindliche Treffen zu den Themen Mobilität, Feuerwehr, Ehrenamt und Tourismus. Mehr als 500 Bürger nahmen an den Workshops teil und brachten Ideen für die weitere Entwicklung des Dorfes ein.

Erste Erfolge sind bereits nachweisbar. So war es der Bürgerwille in Klein Wittensee, das leerstehende Feuerwehrgerätehaus zu einem Bürgertreff umzugestalten. Der eigentliche Gedanke der Gemeindevertretung, das Gebäude zu verpachten war damit vom Tisch. Auch der Sehestedter Fähranleger soll auf Wunsch der Bürger zu einem zentralen Treffpunkt mit Einkaufsmöglichkeiten, Boulebahn und Fahrradverleih entwickelt werden.

Die Einrichtung von Bürgertreffs und eine Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs waren gemeindeübergreifend Projekte, die den Bürgern am Herzen lagen. Auch die Nachbarschaftshilfe und das Ehrenamt könnten ausgebaut werden. Auf der Internetseite des Amtes können Bürger Dienstleistungen anbieten. Den Anfang hat Amtsdirektor Betz gemacht, der eine morgendliche Mitfahrgelegenheit anbietet. Auch das Feuerwehr-Orchester Borgstedt ist dabei und bietet Unterricht an. „Das Angebot soll weiter ausgebaut werden“, hofft Betz. Beispielsweise könnten Babysitter ihre Dienste anbieten, aber auch Hausaufgabenhilfen oder Unterstützung für die Gartenarbeiten sollen sich in der Börse wiederfinden.

Dringend erweitert muss nach Ansicht vieler Bürger der Personennahverkehr. Die Linie 3050 verbindet zwar Rendsburg mit Eckernförde, viele Dörfer bleiben durch die fehlenden Querverbindungen allerdings außen vor. Um den konkreten Bedarf der Bürger im Amt zu ermitteln, läuft noch bis 19. Januar eine Fragebogenaktion. Alle Haushalte haben diesen erhalten und sollen ihn bis zu dem Termin im Amt abgeben. Hier sollen sich die Bürger zum persönlichen Nutzungsverhalten von Bus, Bahn und Pkw sowie zu den konkreten Wünschen äußern. „Gut 120 haben wir bislang zurück erhalten“, so Betz, der noch auf viele Rückläufer. Denn nur eine hohe Quote zeige den wirklichen Bedarf an einem neuen Verkehrskonzept.

Ein Discobus oder die Verteilung von Taxi-Wertmarken durch die Gemeinde an Jugendliche könnten die Mobilität auf dem Land verbessern und zugleich die Dorfgemeinschaft fördern. Das sind nur zwei der Vorschläge, die derzeit von Arbeitsgruppen entwickelt werden. „Wichtig ist“, betont Betz, dass sich Erfolge zeigen und die Bürger sehen, dass der Masterplan kein Plan für die Schublade ist.“

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 07.Jan.2014 | 18:02 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen