Fisch-Rettern winken 20 000 Euro

An der Bünzau: Bundesverdienstkreuzträger Hartwig Hahn beim Aussetzen von Brütlingen mit jugendlichen Helfern.
An der Bünzau: Bundesverdienstkreuzträger Hartwig Hahn beim Aussetzen von Brütlingen mit jugendlichen Helfern.

Naturschützer nehmen an Online-Abstimmung teil

shz.de von
23. Mai 2018, 13:55 Uhr

Die Arbeitsgemeinschaft (Arge) Stör-Bramau hat es sich zur Aufgabe gemacht, Lachs und Meerforelle in den regionalen Gewässern vor dem Aussterben zu bewahren. Die engagierten Naturschützer um Bundesverdienstkreuzträger Hartwig Hahn freuen sich, dass sie jetzt bei der bundesweiten „Google Impact Challenge“ die Finalrunde erreicht haben. Falls die Arge nun bei einer Publikumsabstimmung im Internet unter die besten 50 Projekte gewählt wird, winkt den Aukrugern ein Preisgeld in Höhe von 20 000 Euro.

Die Arge Stör-Bramau wurde 1983 von Hartwig Hahn aus Aukrug-Homfeld gegründet und kümmert sich seitdem um den Laichfischfang von Lachs und Meerforelle in der Stör und in der Bramau. Die Elterntiere werden ausschließlich im von der Arge betreuten Gebiet der Stör inklusive Nebenflüsse und Bäche sowie in der Bramau gefangen. Knapp 30 freiwillige Helfer leisten jedes Jahr von Oktober bis April etwa 2800 ehrenamtliche Arbeitsstunden. Im Auftrag des Landessportfischerverbands Schleswig-Holstein betreibt die Arge in Homfeld ein Bruthaus. Dort werden die gefangenen Elterntiere abgestreift, und die gewonnenen Eier werden drei Monate lang in Brutrinnen ausgebrütet. Die Elterntiere werden nach dem Abstreifen wieder in ihr Herkunftsgewässer entlassen und steigen dann im darauf folgenden Jahr wieder zur Fortpflanzung in ihr Heimatgewässer auf. Die Brütlinge werden ebenfalls im Ursprungsgewässer der Elterntiere ausgesetzt, wo sie zwei Sommer lang bleiben, anschließend für zwei oder drei Jahre ins Meer abwandern, um dann selbst wieder als Elterntiere in ihr Heimatgewässer aufzusteigen.

„Wenn die Arge Stör-Bramau diese Arbeit nicht machen würde, dann wären der Lachs und die Meerforelle in den von uns betreuten Flüssen ausgestorben, da sie sich durch die in den 1950er- und 60er-Jahren durchgeführte Flurbereinigung und die damit verbundenen Gewässerbegradigung nicht, oder nur in sehr geringem Maße fortpflanzen könnten“, betont Thomas Jannßen von der Arge.

Seit ihrer Gründung hat die Arge insgesamt circa 1,7 Millionen Lachseier und rund 20 Millionen Meerforelleneier erbrütet. „Wir sind sehr stolz, dass unsere Arbeit nun sogar bei Prominenten im gesamten Bundesgebiet die verdiente Anerkennung findet“, sagt Jannßen mit Blick auf die „Google Impact Challenge“, an der sich die Arge mit Erfolg beteiligt hat. Die „Google Impact Challenge“ fördert ehrenamtliche und gemeinnützige Projekte. Der Jury gehören unter anderem Dunja Hayali, Steffi Graf und der Ex-Fußballer Arne Friedrich an. „Wir haben es nun mit unserem Projekt sensationell geschafft, von über 2900 Mitbewerbern aus ganz Deutschland unter die letzten 100 Teilnehmer zu kommen“, kann Jannßen vermelden. In der Finalrunde werden die 100 verbliebenen Bewerber jetzt noch einmal halbiert, und zwar mittels einer Internetabstimmung auf www.goo.gl/6dhFdN. Die Stimmenauszählung ist am 6. Juni. Den siegreichen 50 Projekten winkt ein Preisgeld in Höhe von jeweils 20 000 Euro.

„Falls wir es unter die letzten 50 Mitbewerber schaffen, wird das Preisgeld, das zweckmäßig gebunden ist, ausschließlich für das Projekt genutzt“, kündigt Jannßen an, „es sollen Fische markiert werden, so dass wir dann durch eine automatische Zähl- und Kontrollanlage feststellen können, wer von den Elterntieren wann und wo wieder in unser Gewässersystem aufgestiegen ist – dadurch erhalten wir wertvolle Daten über Wachstum und Wanderverhalten der Fische, die für unsere weitere Arbeit sehr wichtig sind.“

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