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Firmen wollen Flüchtlingen eine Chance geben

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Bei ACO stellen sich Unternehmen 150 Asylbewerbern vor

Thomas Schwarke, kaufmännischer Leiter der Firma Schiffdieseltechnik in Rendsburg, sieht in den Asylbewerbern in der Stadt eine große Chance für seinen Betrieb. Sehr gern würde er unter ihnen Mitarbeiter gewinnen. Ein großes Hindernis allerdings sind für ihn die Unklarheiten über die komplizierten gesetzlichen Bestimmungen. So wie ihm geht es vielen Unternehmern. Aus diesem Grund hat die Agentur für Arbeit Neumünster gemeinsam mit der ACO-Unternehmensgruppe gestern Unternehmer und Flüchtlinge nach Büdelsdorf eigeladen, um beide Gruppen zusammenzuführen und offene Fragen aufzuklären. Im Firmensitz von ACO trafen Vertreter von 50 Betrieben aus Kreis und Neumünster auf etwa 150 interessierte Neubürger.

Anlass für die Veranstaltung war der „European Employers Day“. Überall in Deutschland fanden gestern vergleichbare Veranstaltungen statt. In Büdelsdorf waren Firmen quer aus allen Bereichen vertreten, darunter Industrie, Baugewerbe, Krankenkassen und Speditionen. Ein leichter Schwerpunkt lag beim Pflegebereich. Nach einer Reihe von Vorträgen zu Beschäftigung, kulturellen Unterschieden und Zukunftsaussichten für die Wirtschaft kamen die Firmenvertreter am Nachmittag mit den Flüchtlingen zusammen. „Es gab viele interessante Bewerber, und es wurden viele Kontaktdaten zwischen Firmen und Bewerbern ausgetauscht.“, so Katharina Stump, bei ACO tätig im Personalbereich.

Boris Boyer, Personalleiter der ACO-Gruppe, die auf Entwässerung spezialisiert ist: „Wir haben in den letzten Jahren gelernt, dass es wirklich schwierig ist, wenn man Flüchtlinge für den Betrieb gewinnen will. Vorwissen ist auch bei größeren Unternehmen häufig nicht vorhanden.“ Ein Tag wie dieser sei deshalb wichtig, damit der vielfach vorhandene gute Wille auch umgesetzt werden könne.

Peter Garbrecht, Betriebsleiter der Arbeitsagentur, hierzu: „Gesetzestexte sind nicht selbsterklärend.“ Deshalb wolle man an diesem Tag praxisnah vermitteln, was alles für Arbeitgeber wie -nehmer zu beachten sei. „Nach unserer Erfahrung sind die geflüchteten Menschen überwiegend hoch motiviert. Sie bringen frischen Wind, neue Sichtweisen und kulturelle Vielfalt in die Unternehmen. Und durch ihre Sprachkenntnisse verbessern sie die internationale Aufstellung ihres Arbeitgebers.“ Damit es auch dazu kommt, seien in der letzten Zeit zahlreiche neue Förderprogramme entstanden: von Deutschkursen über Kurse zur Ermittlung von individuellen Stärken und Schwächen, Schulungen für Vorstellungsgespräche bis hin zur Vermittlung berufsspezifischer Kenntnisse.

Bei ACO hatte man bereits zuvor erste Erfolge erzielen können. Boyer: „Anfang des Jahres hatten wir einen Tag der offenen Tür veranstaltet. Drei Integrationsklassen des BBZ am Nord-Ostsee-Kanal kamen zu Besuch.“ Hierdurch habe man Kontakt zu verschiedenen Flüchtlingsinitiativen aufbauen können, wodurch wiederum ein afghanischer Neubürger als Praktikant gewonnen werden konnte. „Er wird wahrscheinlich eine Ausbildung bei uns beginnen, in der Logistik oder im IT-Bereich.“ Das Engagement in diese Richtung möchte man bei Aco ausweiten und dabei weiterhin eng mit der Arbeitsagentur zusammenarbeiten.


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erstellt am 06.Apr.2016 | 16:00 Uhr

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