Schauburg Filmtheater : Filmreifer Polizei-Einsatz im Kinosaal

Nomen est omen: Diesen Film sahen die Besucher, als die Polizei leibhaftig auftrat.
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Nomen est omen: Diesen Film sahen die Besucher, als die Polizei leibhaftig auftrat.

Beamte zitierten vier junge Besucher aus der Vorstellung - sie hatten Gutscheine eingelöst, die aus einem Einbruch stammten

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13. April 2013, 08:50 Uhr

Rendsburg | Doppelte Spannung für Kino-Besucher: Am vergangenen Dienstag ging im Schauburg Filmtheater, der Film hatte gerade begonnen, plötzlich das Licht aus. Vier Polizeibeamte betraten den Saal und baten vier junge Leute höflich, aber bestimmt zum Gespräch. Während im Kino der Streifen "Voll abgezockt" weiterlief, ermittelten die Beamten vor einem ganz realen Hintergrund: Es ging um einen der vielen Einbrüche in der Rendsburger Innenstadt: In der Nacht zum Dienstag war das Schreibwarengeschäft Brendemühl, nur wenige Schritte von Kino entfernt, aufgebrochen worden (wir berichteten). Zu der Beute gehörten neben hochwertigen Montblanc-Füllfederhaltern auch Kino-Gutscheine. Und genau diese hatten die vier jungen Leute (13 bis 25 Jahre) am Abend nach dem Einbruch eingelöst. "Wir hatten zuvor die Seriennummern der Gutscheine zusammengestellt. Und so war ich vorgewarnt", berichtete Karin von Fehrn-Stender, die an diesem Abend Dienst hatte. Die Kunden hätten zunächst reichlich unsicher nachgefragt, ob man mit den Gutscheinen bezahlen könne und auf die Frage, woher sie die Gutscheine haben, recht unwirsch reagiert.

Karin von Fehrn-Stender ließ die Kunden ins Kino und rief die Polizei, die innerhalb weniger Minuten erschien. "Ich kann bestätigen, dass vier Personen im Alter zwischen 13 und 25 Jahren im Kino vernommen wurden", sagte Polizei-Pressesprecher Sönke Hinrichs gestern auf Nachfrage der Landeszeitung. Bei ihnen seien auch gestohlene Kinogutscheine gefunden worden. "Die Befragten gaben an, dass sie die Gutscheine geschenkt bekommen hätten", so Hinrichs weiter. Aus "ermittlungstaktischen Gründen" wollte der Polizeisprecher keine weiteren Details bekanntgeben. "Wir haben jedoch einige Ansatzpunkte für die weiteren Ermittlungen gewonnen", sagte er.

Die vier jungen Leute wurden nach Feststellung der Personalien und Befragung entlassen. Die Lust auf Kino aber war ihnen inzwischen vergangen.

Beate Brendemühl und Kino-Inhaber Hans von Fehrn-Stender hoffen darauf, dass die polizeilichen Ermittlungen Erfolg haben. Sie bestätigten, dass die Geschäftsleute in der Innenstadt sich zurzeit nicht sicher fühlen. Wenn jetzt Täter dingfest gemacht werden könnten, sei das ein Schritt in die richtige Richtung.

Von Fehrn-Stender hat zudem wahrgenommen, dass die Polizei-Präsenz rund um den Altstädter Markt in den vergangenen Tagen spürbar zugenommen hat. Ob Fußstreifen oder Kontrollfahrten mit dem Auto - die Frequenz hat sich erhöht. Beate Brendemühl wünscht sich zusätzlich auch mehr Unterstützung durch die Stadt: "Wir brauchen Hilfe. Wenn wir die nicht bekommen, haben wir keine Chance."

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